Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Über den frühzeitigen Gebrauch der indischen Ziffern bei den Juden
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829332-2829343-2862397--10172-2862430- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
'-v: 7.״s j4/ y ׳! י , ■;■ ■״j׳a '/5־ ' •י : bei den Jaden; 377 nun unsere Aufgabe'sein, mit mehr Bestimmtheit auf das eigentliehe Ziel unserer Untersuchung hinzusteüern, das da ist: Fest- Stellung der historischen Thatsache, dass die Juden schon in den frühesten Zeiten (im 8. Jahrh. etwa) von den mathematischen Wissenschaften und spcciell von dem Ziffern- und Zahlensysteme der Inder — wahrscheinlich unmittelbar — Kenntniss erhielten und dass sie an der Verbreitung derselben, des ind. Zahlen- Systems, dieser grossartigsten Errungenschaft des menschlichen Geistes2) insbesondere einen durch ihre eigenthümlicheh Schicksale und geschichtlichen Verhältnisse ermöglichten, ganz hedeutenden Antheil nahmen. Der Nachweis, welches Volk denn eigentlich Erfinder des in der Geschichte der mathemat. Wissenschaft bahnbrechenden Systems des Stellenwerthes sei, welches durch die Vereinigung aller Vortheile des sichern und schnellen Rechnens die Arithmetik erst recht zu einer ״Wissenschaft“ machte, und zugleich zur grundlegenden II ülfs wissen schaft der Astronomie, Geometrie u. a. Doctrinen erhob, dieser Nachweis hat seit lange her viele Gelehrte beschäftigt: dass den Indern der Ruhm der Erfindung gebühre, wurde in neuerer Zeit als normative Wahrheit anerkannt, und in der festen Voraussetzung derselben gehen wir an unsere Untersuchung. Allein zu deren Ermöglichung ist nothwendig, dass wir etwas weiter auschologische Verwandtschaft gedacht werden darf, um ein Zusammentreffen in der Beschäftigung mil Problemen, wie das von uns im II. Art. geltend gemachte, zu erklären. Allein die Zweifel, die gegen diese Auffassung des חנדסה erhoben werden, besonders der Einwand, dass dem Worte ein pers. Stamm zu Grunde liegt, sind noch nicht ganz entkräftet, und es dürfte eben das Vorkommen des Wortes im Talmud gegen die angegebene Ableitung sprechen. a) ״Der Gedanke, alle Zahlen durch 9 Zeichen auszudrücken, indem man ihnen sowohl einen absoluten, als einen Stellen werth gibt, ist so einfach, dass man eben deswegen oft nicht genugsam einsieht, welche Bewunderung er verdient. Aber gerade diese Einfachheit und Leichtigkeit, welche die Methode dem Calkül zusicherfc, erheben das arithmet. System der Inder zu dem Rang der nützlichsten Erfindungen. Selbst dem scharfsinnigen Archimedes und dem erfinderischen Apollonius von Perga, zwei der grössten Geister des Alterthums, war dieser Gedanke entgangen.“ Laplace Exposition du Systeme du Monde. Frankel, Mc^atasciirift. XV. 10. 29