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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 10 · p. Seite 376

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 10
Article
Über den frühzeitigen Gebrauch der indischen Ziffern bei den Juden
Date
1866-01-01
Page
Seite 376 (sequence 2)
Language
German
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376 Ueber den frühzeitigen Gebrauch der indischen Ziffern punkte rein semitischen Ursprungs (rad. אבק), die Mischna kennt ausser dieser Rechenmaschine noch ein ähnliches arith. Hülfsinstrument (Art. I. und II.) — ja sogar deren Beschäftigung mit den phantastischen Zahlenexperimenten und Rechnenexempeln der Inder schon im ersten nachchristlichen Jahrhunderte im Allgemeinen (Art. II.) nachgewiesen haben,1) so muss es נ) Die Frage, ob in der talmudischen Zeit schon irgend ein geistiger doctrinärer Verkelir zwischen den Juden und den Indern existirte, ist von grosser Bedeutung, und verdient eine besondere Untersuchung, Dass die Juden in Babylonien und Persien in directer, äusserer Verbindung mit Indien gestanden, ist zweifellos: man denke nur an die vielbesprochene Auswanderung babylon. Juden unter Joseph Rabban gegen Ende des 5. Jahrh., und deren Ansiedelung an der Malabarkäste, und besonders an die indischen Handelsproducte, die, wie der Talmud meldet, die Juden selbst stark gebrauchten und nach Arabien verführten (vergl. Adr. Farissol im Orchot olam.). Es ist mehr als wahrscheinlich, dass Juden aus Indien auch zu den allgemeinen Lehr- und Lernversammlungen (kalla) der babylon. Hochschulen hinzu־‘ strömten — hat es doch einen Talmudlehrer mit dem Pradicate ״der Indier“ gegeben, Jehudah יהנדואה einen Proselyten (vergl. Leder lia-Dorot). Obwohl man nun gestehen muss, dass rein Wissenschaft!. Erkenntniss damals schon wohl schwerlich aus Indien von den Juden herübergeholt wurde — es war eben dafür noch nicht der rechte Sinn da — so leuchtet doch andererseits ein, dass in Dingen, wo eine Verwandtschaft des Anschauungs-, Ideen- und Speculationskreises die- 8er beiden orientalischen Völker obwaltete, eine thatsächliche Aufnähme und Aneignung von allerlei Vorstellungsweisen in ihrem conereten Ausdrucke, als mündlich sich verpflanzende Fabel, märchenhafte Erzählung, Rechenkünstelei u. 8. f. durch Vergleiche erweislich und durch den directen Contact der beiden Nationen erklärlich ist. — Wäre, wie vielfach angenommen wurde (in neuester Zeit auch von Wöpcke), wirklich als unzweifelhaft constatirfc, dass der arabische terminus für ״Geometrie41 Hendassah (הנדסה) ursprünglich nichts anderes heisse, als die ״indische44 Kunst *az so würde der Umstand, dass die Volkssprache der babylon. Juden ein Verbum הנדס, und ein Derivat desselben מהנדס mit der Bedeutung ״der Masskundige44 (b. Tr. B. batra 98b.) kennt, aufs Sprechendste dafür zeugen, dass Spuren von sehr früher Bekanntschaft mit ind. Wissenschaft bei den Juden sich finden, und dass also durchaus nicht an eine blos zufällige psy-

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