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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 10 · p. Seite 370

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 10
Article
Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient un der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
Date
1866-01-01
Page
Seite 370 (sequence 10)
Language
German
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*► , .י«,-״ , 370 Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden den Jahre eine regelmässige, jährliche Unterstützung von . 1500 Franken zugewendet hat, sind bereits fast zweihundert Handwerker ausgebildet worden, von denen sich einige nach Alexaridrien und Beyruth begeben haben, und von denen Andere wenigstens theilweise durch Ausübung ihres Handwerkes sich ihren Lebensunterhalt erwarben. Ich versuchte in derselben Weise eine Schule für junge Mädchen ins Leben zu rufen, denn deren Bildung wird, den orientalischen Gewohnheiten gemäss, vollkommen vernachlässigt; allein es sollten noch Jahre vergehen, hevor dieser Versuch mit Erfolg und mit einiger Aussicht auf eine längere Dauer aus geführt wurde. In dieser Zeit machten wir auch einen Ausflug nach Rainah, dem Aufenthaltsorte des Propheten Samuel, und unternahmen die Reise nach Sichern oder Raplus. Vor dieser Stadt, die nur zwölf bis fünfzehn jüdische Familien zählt, begegnete uns ein junger Mann, der aus Persien gekommen war, um die Schechita zu erlernen, ein Umstand, der uns Gelegenheit gab, in das Elend unserer Brüder in diesen Gegenden einen Einblick zu thun. Am Freitag erreichten wir die Stadt und stiegen in der W011nung eines Glaubensgenossen ab, der uns schon in Jerusalem besucht hatte. Der Nachmittag wurde dem Besuche des Berges Garizim gewidmet. Die Stadt, durch den Ueberfluss an Gewässern, die nach einer Legende aus dreihundertundsechzig Quellen fliessen, sehr fruchtbar, ist in einem Thale gelegen, zwischen dem Berge des Segens, der noch jetzt in der Fülle von Weinbergen prangt, und zwischen dem Berge des Fluches (Ebal), der ganz nackt und kahl ist, was um so mehr ins Auge fällt, da die ganze Umgegend, wie erwähnt, aus3erst fruchtbar ist. Am Fusse des Garizim befindet sich eine Moschee, die den Namen Abel-Jakub (Trauer Jakobs) trägt, der nach der Ueberlieferung dort den Verlust Josephs heweinte. Auf dem Gipfel des Berges besichtigten wir die Ruinen des alten Tempels der Samaritaner, die sonst von einem Muselman bewacht werden, damals aber war der Wächter zufällig abwesend.

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