Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient un der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 369 (sequence 9)
- Language
- German
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in Frankreich, Italien, dem Orient u. d.'Nordküst'e Äfrica’s. 569 auf kam dann ein Neffe des Räuberhaüptüianns, den ich früher schon einmal in Jerusalem am Hofe des Pascha gesehen hatte. Es wiederholte sich dieselbe Scene, die mit der Entrichtung einer gleich hohen Summe schloss. lieber den Zustand meiner Brüder war ich in den wenigen Tagen sattsam unterrichtet worden; ich besuchte nun noch die Höhle Machpela und einige Orte die in der Geschichte David’s eine Rolle spielen, verabschiedete mich dann vom Gouverneur und verliess die Stadt, degleitet von den heissesten Segenswünschen der Unglückliehen Einwohner Hebron’s. Bei unserer Rückreise kamen wir durch Bethlehem; in Jerusalem selbst bezog ich nicht mehr meine alte Wohnung, woselbst mit der grössten Schnelligkeit bereits alle möglichen Veränderungen vorgenommen waren. Tag und Nacht arbeitete man daran, das Haus zu seiner neuen Bestimmung umzuwandeln, und unter der einsichtigen Leitung meines Reisegefährten gediel! die Arbeit rasch vorwärts, da alle bei derselben beschäftigten Arbeiter sich die grösste Mühe gaben, dieses der Linderung der Leiden gewidmete Haus am Rösch- Chodesch Ab, am ersten Tage des Monats, in welchem der Jahrestag der Zerstörung des Tempels unter Nebucadnezar und unter Titus fällt, einweihen zu können. Während Alles, was Hände und Geschick zum Arbeiten hatte, arbeitete, Geld verdiente und froh war, es zu verdienen, statt Almosen zu empfangen, besuchte ich die Locale, in denen die Jugend unterrichtet wurde. Jeder Besuch machte mich traurig und niedergeschlagen, denn ich sah dort, wie sehr die Jugend vernachlässigt wurde, und errichtete daher eine Art Arbeitsschule, übergab circa 40 Knaben verschiedenen Gönnern, Herr Hausdorf übernahm die Beaufsichtigung derselben und Herr Polak aus Prag, der seit länger als zwanzig Jahren in Jerusalem ansässig ist und mit ausgebreitetem Wissen eine gewisse Methode verbindet, und sich mit grosser Leichtigkeit in den verschiedenen Sprachen, die in Jerusalem im Ge* brauch sind, unterhalten kann, unterrichtet die Knaben täglich zwei Stunden. In dieser Anstalt, welcher der Baron Raimund Franchetti sogleich 3000 Franken und die folgen*