Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient un der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 367 (sequence 7)
- Language
- German
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in Frankreich, Italien^ dem Orient u. d. Nordkiiste Af 1*ic3'8. 867 Stehern und Leitern der einzelnen Gemeinden, wie vom Volke selbst, vor Allem aber auch von den Consuln der verschiedenen Mächte, von denen der österreichische Consul, Graf von Pizzamana, der später zur grossen und gerechten Betrübmss Aller auf seinem Posten gestorben ist, und der preussische Consul, der gelehrte Orientalist Rosen, mich ganz besonders wohlwollend und freundschaftlich aufnahmen. Nachdem ich mich mit den Angelegenheiten der Stadt ein Wenig vertraut gemacht hatte, lenkte ich alsbald Aller Aufmerksamkeit auf die Gründung eines Hospitals, dessen Nothwendigkeit von Jedermann anerkannt wurde. Ich sprach es offen ansdass ich meine Reise erst dann recht eigentlich als von des Himmels Segen begleitet betrachten würde, wenn mir das Glück zu Theil werden könnte, vor meiner Abreise aus der heiligen Stadt eine solche Anstalt eröffnet zu sehen. In voller Uebereinstimmung — ein Umstand, der *sich in Jerusalem und vielleicht auch an manchen anderen Orten nur sehr selten ereignet — bestimmten wir das Haus, in welchem ich wohnte, zu diesem frommen Zwecke; ich miefchete dasselbe zunächst auf ein Jahr und versprach, es später käuflich zu erwerben. Alle Abende in der ersten Woche versammelte ich einen Theil der Be־* Völkernng um mich, und wir sprachen miteinander von Israels Bestimmung, wie von der grossen freiheitlichen und civilisatorischen Bewegung, die sich überall zu unseru Gunsten zeigte, und die der Krieg zwischen Russland und den Westmächten nur begünstigen könne. Auf der Terrasse des nunmehrigen Meyer-Rothschild’schen Hospitals im Angesichte der Mauerreste des Tempels, verrieb־ teten wir das Abendgebet, und manchmal war es Mittel*- nacht geworden, bevor wir unsere Unterhaltung beschlos-־ sen. — Ben ersten Sabbat sprach ich zu der ganzen- Gemeinde in der Synagoge, die den Namen Synagoge des Rabbi Jochanan ben Saccai trägt; noch am selben Abend, nach Ausgang des Sabbat reisten wir nach Hebron ab. Zwischen zehn und elf Uhr Abends machten wir am Grabe Rahels Halt, und die poetische Gestalt