Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 3)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen, 357 gegen des Königs Gebot Schutz gewährt, Lex Visigoth. etc,; 2) dass Kalir zu den weisesten Männern gehört und Poetan gewesen, Schewule Lek etc. Warum aber gerade diese zwei Punkte zu der Ehre kommen, actenmässig belegt zu werden, ist gar nicht abzusehen, und in der That ist bei Grätz, aus dem diese Nachrichten zumeist geschöpft sind, Alles ohne Unterschied aus den Quellen nachgewiesen; dergleichen finden wir nun in diesem Buche sehr oft, Manches wird ausführlich, fast gewissenhaft ängstlich belegt. Anderes nur kärglich oder gar nicht bedacht, ohne dass irgend welches Princip dabei zur Riehtschnür genommen wird. Demnach sind wir wohl es auszusprechen berechtigt, dass den gelehrten Kreisen kein Beitrag durch diese Arbeit geboten wird; diese erhebt sich durchaus nicht über das, was von früheren Historikern geleistet w'orden, bleibt sogar oft noch zurück. Am Meisten ist das Grätz’sche Werk benützt, aus welchem geradezu excerpirt worden; das 11ns vorliegende Buch hat höchstens den Werth eines solchen Excerpts. Ist jedoch wenigstens dieses Excerpt in origineller, verständiger Auffassung ausgearbeitet worden? Denn nur in diesem Falle hat der Verfasser das Recht zu glauben, dass seine Schrift sowohl durch ihren objectiven, thatsächlichen Inhalt, als auch in Betreff der Darstellung desselben, die kurz, gedrängt und deutlich ist, einem grösseren, gebildeten Publikum eine nicht unwillkommene Gabe sein mochte. Dies müsste sich dadurch bekunden, dass — entweder der Pragmatismus und innere Zusammenhang der Geschichte klar und deutlich auseinandergesetzt würde — oder dass Einzelschilderungen der hedeutendsten Männer sorgfältig ausgeführt und tief angelegt werden — oder endlich, dass die Darstellung irgend welchen Reiz stilistischer Gewandtheit dem Leser bietet. Den Pragmatismus, die Hauptzierde des Grätz’schen Werkes, würdigt der Verf., sei es mit oder ohne Absicht, keines Blickes. Die Uebergänge von einer Geschichtsperiode zur andern werden fast immer vermittelt durch ein ״Richten wir nunmehr unsern Blick" (S. 6), oder ״Blicken wir nun" (S. 9), oder ״Es erübrigt (?) uns noch, ihren Zustand in Frankreich zu erwähnen" (8. 41), ״ln Folgendem wollen wir u. 8. w." (S. 90), ״Ehe wir nun zu einer weiteren Darstellung" (S. 113). — Nicht viel besseres Schicksal haben die Einzelschilderungen der bedeutenden Männer; anstatt ihre