Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 338 (sequence 18)
- Language
- German
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,, ,, ״ ד־-' ״•׳ - ־■'’,4׳״יr|^jp5 Z38 Rückblick aiif Zustande und׳ Ei'äigniese der dudeu T r wenig oder gar keine Juden, nach der Aufhebung des5 Edicts von Nantes war dort der Katholicismus die alleinige; anerkannte Religion. Die im Orient verwendeten Beamten gehörten in der Regel Familien an, die seit mehreren Jahrhunderten in diesen Gegenden ansässig sind; sie bewahren ihre Stellen und zugleich die Traditionen, die bis auf eine bestimmte Epoche zurückreichen und dadurch gewissermaassen als feststehende Grundsätze und Normen angesehen werden, die durch ihr Alter zugleich auch für ehrwürdig und un« an tastbar gelten. Gesandte, Ministerresidenten, Consularbeamte gehören sämmtlich dem Katholicismus an, und betrachten es als eine Art Prärogative ihres Amtes, denselben bei allen Gelegenheiten zu vertreten, und ihn überall zu vertheidigen, wo seine Interessen auf dem Spiele stehen, welcher Nationalität die Personen, um die es sich hierbei handelt, auch angehören mögen; Deutsche, Italiener, Spanier oder Franzosen, Alle sind hierin gleich, wenn es sich nur um den römisch-katholischen apostolisehen Cultus handelt. Dieselben Traditionen gelten auch im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten; auch hier befindet sich gewohnlich die orientalische Frage in den Händen von Männern, die früher ein Amt in jenen Gegenden bekleidet haben, und die, mögen sie auch noch so liberal und edel gesinnt sein, doch stets eine gewisse Abneigung haben gegen Alles, was nicht katholisch ist; denn katho^ lisch ist für sie in allen Angelegenheiten, die den Orient betreffen, gleichbedeutend mit Französisch. Diesem, Vorurtheil ist — nach der Erfahrung, die ich mir seit nahezu zwanzig Jahren in jenen Gegenden habe verschaffen körn neu :— die geringe Sympathie zuzuschreiben, die zu allen Zeiten dort Anstalten, Maassregeln und Männer gefunden haben, denen man, wenn es sich um den Katholicismus handelte, die begeistertste Aufnahme und den grösstmögliehen Schutz hätte zu Theil werden lassen. Dies ist auch der Grund, weshalb von allen Regierungen, die Frankreich seit dem Anfänge dieses Jahrhunderts gehabt hat, so viele Fehler und Missgriffe in der orientalischen