Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 14)
- Language
- German
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*; ־ V־/;, 334 Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden Zukunft vereinigen sich hier mit den allgemeinen Gedanken, die auf eine gläubige Seele ihre Anziehungskraft ausüben. Daher wurden auch zu allen Zeiten und aus allen Ländern bedeutende Unterstützungen dieser mehr oder minder bedürftigen Bevölkerung zugewendet, welche die Gräber unserer Ahnen bewacht und das traurige Schicksal beweint, das die heilige Stadt mehr als alle andern Städte, in denen die zerstreuten Kinder Israels wohnen, getroffen hat. Auch haben sich zu allen Zeiten fromme und wohllhätige Pilger grossen Beschwerden unterzogen, um die Trümmer einer untergegangenen Herrlichkeit zu besuchen, oder vielmehr, um sich zu begeistern an den erhabensten Gedanken durch das Anschauen der Plätze und Oerter, die einstmals widerhallten von den grossartigsten Worten, welche die Menschheit je vernommen hat. Es war natürlich, dass der fromme und verfolgte Jude mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln in seinen alten Tagen danach strebte, sein Leben in der Nähe seiner Brüder zu beschliessen. Druck und Verfolgung er wartete ihn zwar hier, wie überall, aber er vertauschte doch wenigstens ein Land, in welchem die Bedrückung nimmer aufhörte, mit einem andern, das nicht immer so hart gegen seine Einwohner gewesen war. Ein grosser Theii unseres Lebens gehört der Einbildüng, und die Träume des Alters pflegen zu den Phantasiegebilden der Jugend wieder zurückzukehren. Daher die grosse Anzahl betagter Personen in Jerusalem und in Palästina im Allgemeinen. Diese Anhäufung schwacher, zum grössten Theile aller Hülfsmifctel beraubter und zur Arbeit untauglicher Familien hatte in den letzten Zeiten die Aufmerksamkeit und den Wohlthätigkeitssinn unserer bemittelten und besser gestellten Glaubensbrüder wachgerufen. Je günstiger sich die Lage der Juden im All gemeinen gestaltete, um so mehr empfand man eine Art Schäm darüber, dass ein nicht unbeträchtlicher Bruchtheil in der Metropole des Judenthums in Unthätigkeit und Bedrängniss seine Tage dahinbringe. Man wollte dem Lande, welches Israels Namen trägt, gern einen Theii