Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 13)
- Language
- German
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1*sAv»1. '.» ' in Frankreich, Italien, dem Orient u. d. Kordküste Africa’s. 333 gänglich gezeigt hatte. Ich wusste, dass diese Bevölkerang, wenn sie einmal in Punkte der Religion von Man• nern, die ihr Zutrauen einflössen, und durch Institutionen deren Nutzen sie nicht verkennen konnte, beruhigt war, dann auch kühn den Weg beschreiten würde, der offen vor ihr lag, und in kurzer Zeit sieh glücklich fühlen würde, einen Vergleich mit ihren Glaubensgenossen in andern Ländern nicht scheuen zu dürfen. Wenn man das Glück hat, in jedem Orte eine oder zwei reiche oder doch bemittelte Familien zu finden, die bereitwillig diesem edlen Zwecke einen Theil ihres Vermögens opfern, dann hat man gewonnenes Spiel und man kann mit Gewissheit auf einen glücklichen Erfolg rechnen. Aber um dies zu erreichen, muss man auf dem Platze sein*, man muss mit ihnen reden, und unaufhörlich in den Synagogen und Öffentlichen Versammlungen, wie in Familien- und Privatkreisen ihnen den Fortschritt der modernen Gesellschaften auseinandersetzen, und sie darauf aufmerksam machen, dass es auch ihnen möglich sei, mit der Beibehaltung ihrer religiösen Ueberzeugungen sich zugleich alle Kenntnisse unserer Zeit anzueignen. In Algier hatte ich durch dieses Mittel sehr günstige Resultate erzielt, und da die dortige jüdische Bevölkerung in ihren Sitten wie in ihrer Sprache sich nur wenig von den Juden in den übrigen Ländern des Orients unterschied, so glaubte ich mich zu der Hoffnung berechtigt, dass das Werk, an dessen Ausführung ich ging, ziemlich leicht von Statten gehen werde. Allein Palästina und besonders Jerusalem mit seiner kosmopolitischen Bevölkerung, die aus allen Enden der Erde, grösstentheils aber aus den polnischen und türkisehen Ländern dort eingewandert ist, bot in dieser Beziehung mehr Schwierigkeiten, als ich erwartet hatte. ״Habent sua fata libelii“, die Bücher haben ihr besonderes Schicksal, sagt ein altes Sprüchwort, und die Städte nicht minder als die Bücher, möchte ich hinzufügen. Jerusalem wird immer ein Name sein, der auf jüdische Ohren einen besonderen Zauber ausübt. Eine glorreiche Vergangenheit und eine verheissene glorreiche