Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 317 (sequence 3)
- Language
- German
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- 7 vT> :J VT^׳’־|^:׳W Recensionen lind Anzeigen. niten nicht die pünktliche Beobachtung der Reinigungsgesetze Zutrauen. Unter den Synagogen in Cairo zieht besonders die Jerusalemitanische der Karäer seine Aufmerksamkeit auf sich, deren Ritus er sorgfältig beschreibt. Die Karäer besitzen fünfzig Häuser, von denen eins dazu bestimmt ist, um von seinem Thurme aus den Mond zu beobachten, und nach seinem Stande den Neumond zu bestimmen. In Alt-Cairo besuchte unser Reisender die alte rabbanitische Synagoge, die er allen andern Berichten widersprechend für ursprünglich karäisch hält, und versucht die schon von Obadjah in seiner Reisebeschreibung• erwähnte, von diesem aber als nicht mehr vorhanden bezeichnet6 Gesetzrolle, die von Esras Hand herrühren sollte, von dem Synagogen beamten zur Ansicht zu erlangen. Dieser jedoch musste ihm diesen Wunsch versagen, aus Scheu, wie er vorgab, vor der Heiligkeit dieser hohen Reliquie. R. Samuel jedoch glaubt, dass dahinter das Verbot stecke, den Karaiten diese Gesetzesrolle zu zeigen. Ausserdem berichtet der Verfasser uns von einem Besuche eines grossen Palastes, von dem aus man ganz Cairo übersehen kann. Dieser Palast und ein Brunnen in Cairo sollen nach R. Samuels Bericht ihren Ursprung von ״Joseph dem Gerechten“ herschreiben, was Herr Reifmann in einer der unserem Hefte beigefügten Noten nicht mit Unrecht dahin erklärt, dass hier eine Verwechselung mit einem muhammedanischen Fürsten, Namens Joseph, vorliege, wofür er als Beleg die Worte des ״Schebile Olain“ anführt, die sich auf denselben Brunnen beziehen: בל ימצא באף מהולל בשם באר יוסף (שם מושל אהד מהישמעאלים)• Bei dieser Gelegenheit kann unser Reisender nicht umhin, seinem Hasse gegen den Muhaminedanismus dadurch Luft zu machen, dass er bei Erwähnung der Vorhänge, die in diesem Palaste für die Kaba gefertigt werden, Mohammed geradezu einen Wahnsinnigen nennt; welche Bezeichnung übrigens 8. 28 noch einmal wiederkehrt. In Palästina angekommen versäumt R. Samuel natürlich nicht, in Jerusalem sowohl als in Hebron und andern Orten alle historisch und religiös merkwürdigen Plätze aufzusuchen und an jedem ein der Situation angemessenes Gebet zu verrichten, glaubt aber, mit grosser Naivität allen Berichten vertrauend, die