Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 2)
- Language
- German
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S16 Rezensionen und Anzeigen. Gelehrten auf sich zu ziehen, und wir begrüssen daher dasselbe als ein willkommenes und verdienstvolles. Der Herausgeber hat im ersten Hefte die Ausführung seines Unternehmens begönnen mit der Veröffentlichung dreier Reisebeschreibungen karäischer Gelehrten. Obschon wir nun den in einem vorn Her• ausgeber mitgeth eilten Briefe des Herrn Jacob Reifmann ausgesprochenen Wunsch, in den ersten Heften wichtigere Partieen der karäischen Literatur mitzutheilen, für nicht ganz unberechtigt halten, so müssen ־wir doch gestehen, auch in dem vorliegenden Hefte viel Interessantes und Lehrreiches gefunden zu haben. Namentlich ist dies bei der ersten und auch umfangreichsten Reisebeschreibung, die dem siebzehnten Jahrhundert angehört, der Fall. Dieselbe hat zum Verfasser den Karäer R. Samuel ben David, mit dem Beinamen hakadosch (ein Ehrenname bei den Karaern und nicht, wie Carmoly glaubt, die Be- Zeichnung eines Märtyrers, der unser Verfasser, wie es aus der vom Herausgeber mitgeth eilten Aufschrift seines Leichensteines erhellt, nicht gewesen ist), aus Ooslew (Eupatoria) in der Krimm, von wo aus er im Jahre 1641 (14. Ab 5401) in Begleitung zweier Landsleute, R. Jizchak und R. Salomon Levi, denen sich Samuel ben Mosche Do di und Nissan aus Luzk anschlossen, eine Reise nach Palästina unternahm. Ueber Constamtinopel, Galipolis und Rhodus reisten sie nach Alexandrien, von da nach dreitägigem Aufenthalt nach Bulak, von wo aus sie nach Oairo kamen. Nirgends auf seiner ganzen Reise versäumt es der Verfasser, nachdem er über die Lage, Landeserzeugnisse und Handelsverhält־ nisse berichtet, das Verhältnis der Synagogen zu den inuhamme dänischen Bethäusern anzugeben. Wie natürlich beschäftigt er sich mit besonderer Vorliebe mit den Verhältnissen seiner Glaubensgenossen überall, wo er Karäergemeinden antrifft. In Oairo, wo ihm von Seiten der Karäer eine sehr freundliche und gastfreie Aufnahme zu Theil geworden, bemerkt er mit grosser Genugthuung die Scrupulosität und Anhänglichkeit der Karäer an ihre Satzungen und Gebräuche. Dieselben enthalten sieh am Sabbat des Lichtes und gemessen keine gewärmten Speisen*, fällt ein Festtag auf einen Sonntag, so besorgen sie sich am Ausgange des Sabbats Licht von den ihnen benachbarten Rabbaniten, oder bringen selbst durch Feuerstein Feuer hervor. Brod gemessen sie nur von Karaern, weil sie selbst den Rabba-