Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 7)
- Language
- German
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§§rw f V ׳d -י; - י' * % ׳״־׳י ^-rrr— 5/ ׳ ״י j ־ ׳ *■ ־1 ״ ’ ־ ׳ >f . ״* “ '״ V ' - ׳Recensionen und Anzeigen- 307 ander an Form und Gehalt nicht wenig verschieden► Als die vortrefflichste nach Anlage und Ausführung, nach Form und Inhalt, sowohl was poetische Kraft und Gedankenfülle, als auch was die künstlerische Gestaltung und Gliederung betrifft, möchten wir die ״die vier Fragen" (die an Jonas im Schiffe gestellt wurden) überschriebene Schlusspredigt am Versöhnungstage bezeichnen, die in jedem Sinne ein homiletisches Meister- und Musterstück ist. In einen engen Rahmen ist das farbenreiche Bild eines ganzen Menschenlebens mit allen seinen Strebungen und Handlungen, mit seinem Denken und Thun eingefasst. Jede Lebenslage, jeder Beruf und jeder Stand erhält hier ein kr'äftiges Wort der Mahnung und der Belehrung, während das Ganze von dem schon oben bezeichneten idealen Grundzuge gehoben und verklärt wird. Und obenan steht unserem Prediger allemal das Judenthum mit seiner Religion, seiner geschiehtliehen Aufgabe und seinem hohen Streben, das ihm der Brennpunkt, ist, in welchem alle Strahlen sich vereinigen, oder besser das puisirende Herz, nach welchem alles RLut hinströmen muss. Wer ihm dieses Herz verletzt .und kränkt, wer demselben kalt, hart und feindlich entgegentritt, der ist sein Feind, gegen den er sich mit starker geharnischter Rede, die ihm heftige und gerechte Erbitterung dictirt, erhebt; mit Worten und Ausdrücken, die, weil sie Nichts verhüllend und Nichts vertuschend, gerade, offen und stramm auftreten, wohl mancher übertriebenen Feinfühligkeit, manchem verwöhnten und verzärtelten Gehör anstössig erscheinen mögen, die aber einem heftigen Gewitter gl eieben, das um Schwachnervige unbekümmert dahintobt und die schwüle Luft erfrischt und reinigt. Oder hat nicht immer starke sittliche Entrüstung starke Geissei geschwungen? Wenn in der eben hervorgehobenen Predigt hei der Behandlung der Frage: ״Von welchem Volke hist du?" in ihm die Erinnerung an Solche aufsteigt, die dieser Frage so gerne ausweichen, oder gar an Solche, die ihren ererbten Glauben, ihre Abstammung verleugnen, verhandeln, ״verschachern", und wenn er da in die Worte ausbricht: ״Sie schämen sich des Bekenntnisses unsere Gecken und Thoren der Mode. Sie haben Recht! Im Gefühle ihrer sittlichen Ohnmacht . . . verleugnen sie den Namen, den sie in Ehren nicht zu führen vermögen. Sie sehen die Abtrünnigen und Feigen, die da schachern und markten mit den geistigen