Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 8)
- Language
- German
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' Li 4 . ,י.י“ y : .< "״' ־ךy.? PC• Rezensionen und 'Anzeigen. Gütern, sie sehen sie in Ehren, in Würden und Aemtern.und! beneiden sie" (S. 62), wer kann es ihm verargen I? Er kennt die grosse Zahl seiner Glaubensgenossen, die dem echt jüdisehen Geiste, der ihn beseelt, fremd und feind sind, ja die sich oft nicht wenig damit brüsten, alles Specifische, alles Eigenthümliche des Judenthums ein für allemal abgestreift zu haben. Und voll bitterer Ironie und zugleich höchst originell sind die Worte, die er auf diese da hinzielt: ״Ist 68 derselbe einige und wahrhafte Geist, der (wie in der Vergangenheit) in uns wohnt? Ich antworte . . . unbedenklich: Nein! und ich bin sicher, dass ihreuchdieAntwortgefallenlasset, die doch so untröstlich, so wenig ehrenvoll für uns lautet. Eben darum aber ist die Antwort richtig, weil ihr sie euch gefallen lasset, gefallen lassen müsset, weil ihr sie euch gefallen lassen wollet" . . . (140). Und die Feinde von Aussen? Nun, diese sind zahlreich genug vertreten, ״sie treten uns nur zu oft in den Weg, sie dürfen nicht erst gesucht werden", und er lasst die verschiedenen Kategorien, ihnen die gebührenden Epitheta gebend, männiglich auftreten: ״Die Männer des Streites, die Söldlinge des Hasses, die Diener der Lüge, die Anwälte der Gemeinheit, die Sclaven des Vorurtheils" (109). Aber auch vor den falschen und gefährlichen Freunden warnt er uns mit kräftiger und nachdrücklicher Rede, indem er sich den Bewegungen innerhalb des Judenthums, den Fragen, die oft das Wesen und den Kern desselben bedrohen, zuwendet (141, 142 ff.). Scharf und schneidend sind da seine Worte, die er gegen den unechten, prahlenden Geist richtet, begeistert und begeisternd seine Reden für den echten wahrhaften Geist des Judenthums. Man muss ihn hören, wie er die hochtönenden Phrasen vom Ueberwundensein, von gewonnener Mündigkeit des Geistes, von Beseitigung des ״starren Gesetzes" und des todten Buchstaben auf ihren wahren Werth zurückführt; wie er durchspähet und durchforschet die verschiedenen Gebiete und mannigfachen Lagen des Lebens, um doch die Früchte und Segnungen jenes neuen Geistes zu finden. ״Nun wo ist er, der mündige Geist, der frei und kräftig mit seiner Zunge redet?" Aber wohin er sich auch wendet, er findet doch den echten und rechten Geist nimmer. ״Wo sind die Heldenthaten des Geistes, der frisch und kräftig in seiner eigenen Macht sich erhebt?