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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 8 · p. Seite 306

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 8
Article
[Rezension]
Date
1866-01-01
Page
Seite 306 (sequence 6)
Language
German
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Recensioncnי und 'Anzeigen.׳> : ׳. - reiche Zeit scheint ihm am Wenigsten solcher Lehren und Mäh- 1 nungen entrathen zu können. Er kennt ihn, den Geist der Zeit, der dem Geistigen so oft abhold ist; der Zeit, in der ״für Alles gestrebt, gesorgt, gearbeitet wird, nur nicht für das Rechte und das Nöthigste und Höchste, der es als die Blüthe und Frucht der Bildung angepriesen worden, gegen alles höhere Leben und jedes begeisterte Aufglühen kalt und gleichgültig sich zu verhalten" (S. 112). Was uns Feste sein können, zeigt er aber am Ergreifendsten an sich selber. Es sind da namentlich die ernstreichen hohen Festtage, an denen er sich selber gleichsam zum Objecte der Mahnung und Betrachtung macht und in rührender Demuth sich selbst als der göttlichen Verzeihung und Nachsicht gar bedürftig schildert. Und es bedarf wahrlich nicht einer allzu lebhaften Phantasie, um sich die tiefe Rührung vorzustellen, von der ein Jeder ergriffen werden musste, der aus 801ehern Munde die Worte vernahm: ״Am heutigen Tage .... wie fitllt es mir so schwer auf’s Herz, wie tief bedürftig ich, gleich einem Jeglichen von euch, des hohem Schutzes und Bei- Standes bin! 0 Herr, gehe nicht mit mir in’s Gericht .... Wie soll ich nun zu euch reden? Etwa mit der stolzen Sicherheit dessen, der eines hohem Lichtes sich rühmt? . . . . O meine Freunde, bewahre der Herr mich jederzeit vor solchem Dünkel, um wie viel mehr an dem heutigen Tage! .... Was ich euch sage, sage ich mir; was ich euch lehre, lehre ich mich; wozu ich euch mahne, dazu mahne ich mich" (29). Und wir möchten den kennen, der es zu unterlassen vermochte, in sein eigenes Innere zu greifen, wenn er die Worte hörte: ״Wüsstet ihr, meine Theuern, wie mir in diesem Augenblicke um’s Herz ist, könntet ihr in das Innerste meiner Seele einen Blick thun, wie sie so tief ist ergriffen und bewegt: es würde des Wortes nicht bedürfen" u. 8. w. (27). Schon aus den bisher gegebenen, wenigen Proben kann man ungefähr auf den Ton und die Art des Ganzen schliessen. . Eine kurze zusammenfassende Charakterisirung sparen wir uns noch für den Schluss dieses Referats auf. Erst möchten wir noch durch die Zusammenstellung der Grundzüge dieser Predigten dem Leser die Möglichkeit verschaffen, sich selber ein Gesammturtheil zu bilden. Denn obgleich die Grundfarbe dieser Predigten eine Allen gemeinsame ist, so sind sie doch unter ein-

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