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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 8 · p. Seite 305

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 8
Article
[Rezension]
Date
1866-01-01
Page
Seite 305 (sequence 5)
Language
German
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W ׳ Recensionen und Anzeigen,. 305 -" ’ 1! ׳ herunter. ,,Hab’ ich gewollt, was ich sollte? Hab’ ich gesollt, was ich wollte? Hab’ ich gethan was ich musste? Hab’ ich .gemusst, was ich that? Wir sagen: ,Wir müssen‘, wo unser Vortheil, unser Genuss uns zwingen! Wir sagen: ,Wir sind gezwungen worden‘, wo wir zwingen mussten— uns selbst, unsere sündige, niedrige Natur“ . . . (8. 11). Nit psychologischer Meisterschaft hält er Umschau in dem gesellschaftlichen Leben, in Verkehr und Umgang, deckt auf den Grund mancher falschen Vorliebe und manchen falschen Argwohns: Wir pflegen gern. Umgang zu pflegen mit dem Umsichtigen, Gewandten, Praktisehen, und zeigen Zurückhaltung und Argwohn gegen den Schlichten, Einfachen, den sogenannten ,Neuling in weltlichen Dingen‘. Unserer Gesellschaft ist eben oft das Geradeausgehende und damit das Wahre und Wahrhafte fremd und verdächtig, der Gerade und Einfache stösst uns ab, ״während der Andere durch Irrwege und Windungen, Krümmungen und Schliche, Hin- und Herzüge und Ausflüchte den beobachtenden Blick täusche und irre führe“ (S. 71, 72). ״Des Tages Sitte und Art hat uns gelehrt, wie wir den Andern nimmer den Blick in unsere wahre Gesinnung und Meinung gönnen, so auch uns selber zu belügen und berücken“ (S. 72). Was aber als schöner Grundton durch alle diese Predigten hindurchklingt, was gleichsam wie ein kräftiger Refrain immer und immer wiederkehrt, das ist die Hinweisung auf das ideale Sein, auf die idealen Güter, auf den geistigen Theil des Men־־־ sehen und des Volkes und die Pflichten gegen denselben; das ist die Mahnung, sich im Treiben und Jagen nach den irdischen Gütern einmal Rast zu gönnen, sich aus der Niedrigkeit des all-, täglichen Lebens zu erheben und an dem Hohem sich empor■־ zurichten. Er zeigt uns, welche hohe Bedeutung die jüdischen Festtage für dieses Streben haben, die in die Hastigkeit der alltäglichen, ruhelosen Arbeit, in der die Wahrheit und das Ewige ihre ursprüngliche Reinheit oft einbüssen, als wilikommene Ruhepunkte eintreten, in denen wir das Wort der Propheten, die ״das Urbild in seiner Treue bewahrten, am bereitwilligsten lesen, weil es uns wiedergibt, was wir so leicht in dem Gewirre der Zeit und ihrer Erscheinungen verlieren, weil es das bunte Gedränge der Begebenheiten in dem Lichte eines hohem Gedankens verklärt“ (S. 102). Gerade unsere bildungs-

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