Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 303 (sequence 3)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 303 und. Begebenheiten im Auge gehabt haben. 8. 142 gibt der Herausgeber selber eine solche Bezugnahme an. Aus 109 geht blos hervor, dass die sechste Predigt mehrere Jahre nach der im Jahre 1840 zu Damascus stattgefundenen Verfolgung gehalten worden ist. Eine genauere Angabe fehlt auch in der dortigea Anmerkung des Herausgebers. Und dennoch erhalten oft auch religiöse Vorträge durch die Angabe der Zeit, in der sie gehalten wurden, ein helleres Licht, eine bestimmtere Farbe, eine eigene Bedeutung. Was nun die Predigten selber anlangt, so kann man wohl schon aus dem bisher Geäusserten ungefähr ersehen, dass man in dem Unterzeichneten weniger den Recensenten als den Referenten zu suchen habe. Daran ist zu allererst jene eigenthümliehe Stimmung schuld, mit der er an diese Predigten herangetreten ist; eine Stimmung, die dieselben weniger mit dem Verstände als mit dem Gefühle, mehr mit dem Herzen als mit dem Kopfe lesen lässt, und eher zum Bewunderer als zumBeurtheiler befähigt; und es muss Ref. daher befürchten, dass auch die etwaigen, hier gegebenen Urtheile nicht stets von reiner Objectivität geleitet seien. ״Es thut weh", wie Jean Paul irgendwo sagt, ״zugleich zu lieben und zu widersprechen, den Kopf abzubeugen, indem inan sich mit der Brust zuneigt." So viel was an Ref. liegt. Aber auch die Natur und eigenthümliche Art des Gegenstandes selber verträgt schwer eine gewöhnliche, landläufige Kritik. Es gibt Producte, die sich fast jeder Kritik entziehen, weil sie über aller Kritik stehen, die, eigenartig und originell ־wie sie sind, auch mit einem eigenen ungewöhnlichen Massstabe gemessen sein wollen. ,,Wer möchte nicht in einem jeden Werke, darein er seinen Beruf und seine Bedeutung im Leben setzt, sich auch in der Ganzheit seines Könnens und Vermögens, in der Fülle seiner Kraft, in dem Reichthum seiner Mittel offenbaren und in der Summe des in seinen Leistungen niedergelegten Wirkens sich gleichsam verkörpert vor sich sehen?“ Das sind Worte unseres Verfassers in seiner ersten Predigt (S. 4). Die lebendige Verwirklichung dieses Gemein- Wunsches, sie offenbart sich in hervorragender Weise in dem ganzen Wirken und Auftreten des Verfassers selber. Fast in jedem seiner geschaffenen Werke ist die Besonderheit seines Geistes, seine Mannheit und Ganzheit impouirend ausgedrückt;