Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Rückblick auf die Zustände der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 12)
- Language
- German
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- Oran 1× ep/1048048
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י,, ׳י־ ׳ י ׳׳ V״ v , י׳ ן Rückblick äüf Zustände und Ereignisse' der Juden ״ 292 Freimuthe zu machen erlaubte, den ich in den jüdischen Angelegenheiten für nöthig halte. In dem Zeiträume, der zwischen meiner ersten und zweiten Besuchsreise, d. h. zwischen 1845 und 1847 liegt, wurde das Grossrabbinat von Algier dem frühem Schuldirector Weill an vertraut; der Vertheidiger Cohen wurde zum Präsidenten des algerischen Consistoriums ernannt. Cohen, Almosenier zu Nimes, wurde auf den Rabbinersitz von Oran berufen, das Rabbinat von Constantine war Herrn Lippmann, dem jetzigen Grossrabbiner von Metz, zugesagt. Die Provinzialconsistorien wurden in Oran wie in Constantine eingesetzt, und bei meiner Ankunft in Oran am Vorabende des Gedenktages der Zerstörung Jerusalem’s, im Juli 1847, fand ich dort viele Veränderungen vor, die ich nunmehr auseinandersetzen will. Die Provinz Oran, wegen der grossen Gemeinden, die sie enthält, besonders wichtig, hegte ebenfalls den sehnliebsten Wunsch, sich geistig zu entwickeln, sowohl durch den Unterricht, wie durch Einführung von Institutionen, die den Zweck hatten, diese Bewegung in eben so riehtigen wie massigen Verhältnissen zu fördern. Eine Ge- Seilschaft sehr unternehmender Leute, unter welchen ich besonders den jungen Amram ßen Seananesch bemerkte, der als Mitglied des Consistoriums durch seine wahre Frömmigkeit wie durch eine gründliche Bildung berühmt war, ermuthigte und unterstützte diese Bewegung. Ich landete in Mers-el-Kiber, dem Hafen von Oran, ungefähr eine Stunde von dieser Stadt entfernt, und hegab mich zu Fuss in das hauptsächlich von unsern Glaubensgenossen bewohnte Stadtviertel, da die dortigen Juden am Vorabend des neunten Ab und an diesem selbst keinen Wagen und kein Pferd besteigen. Alles in den Häusern und auf den Gesichtern trug die Spuren einer wahren Betrübniss, und als ich mich am Abend mit Herrn Nation, dem damaligen Präsidenten des Provinzialconsistoriums und gegenwärtigen französischen Viceconsul zu Tetuan in Marocco, in die der Gemeinde gehörige Synagoge begab, wurde ich so ausserordentlich ergriffen, wie