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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 8 · p. Seite 290

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 8
Article
Rückblick auf die Zustände der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
Date
1866-01-01
Page
Seite 290 (sequence 10)
Language
German
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״־t - -vr ׳ ׳ . r1 , . , 290 Rückblick "auf Zustände und Ereignisse äfe Juden dehnte und erst mit der Gefangennahme des Emir endete. Bei meiner Rückkehr nach Algier, wo ich die letzten Tage des Festes zubrachte, bei meiner Ankunft in Paris, wo ich die Ehre hatte, von Herrn Guizot. dem einflussreichsten Minister, empfangen zu werden, hatte ich nicht mehr viel Mühe, die Dringlichkeit der wohlwollenden Massregeln darzuthun, die seit langer Zeit von der Regierung beabsichtigt waren, und die durch die Veröffentlichung der Verordnung vom 9. November 1845 ins Leben traten. Zwanzig Jahre sind seit jener Zeit vergangen, und der Kaiser hat, als er die Provinzen besuchte, vollkommen das Interesse erkannt, welches Frankreich daran hat, sich die Juden aufs Engste zu verbinden, und hat in der Antwort auf die Ansprache des Rabbiners Charleville, in seiner Rede an die Israeliten von Mostaganem, wie überall in den verschiedenen Provinzen, wo er Juden traf, es offen ausgesprochen, dass sie in kurzer Zeit vollständig französische Bürger sein würden. Was die Araber hetrifft, so sind diese weit entfernt von einem solchen Verlangen. Während die Einen den Verlust ihrer Unabhängigkeit, oder vielmehr die Unterwerfung unter ihre ottomanischen Glaubensbrüder, bedauern, die Andern das ungeregelte, nur von Launen und Willkür geleitete Leben vermissen, und sich nur gezwungen unter eine Herrschaft beugen, welche für sie nur die Erinnerung an eine Niederläge hat, erkennen die Israeliten, je mehr sie sich, sei es durch Wohlstand oder durch Bildung oder endlich durch eine Thätigkeit erheben, die das deutlichste Zeichen ihrer Hinneigung za einem civilisirten Leben ist, desto mehr die unschätzbaren Vortheile einer wahren und freisinnigen Regierung an. Bei jedem Besuche, den ich in Algerien gemacht habe, hatte ich Gelegenheit, das Zurückweichen der Muhammedaner von den der Cirilisation zugänglich gemachten Gebieten, die Abnahme der arabischen und maurischen Bevölkerung in den europäischen Städten, und andererseits den wachsenden Zufluss unserer Glaubensgenossen

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