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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 8 · p. Seite 289

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 8
Article
Rückblick auf die Zustände der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
Date
1866-01-01
Page
Seite 289 (sequence 9)
Language
German
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in Frankpeich, Italien, dexri Orient u. d. Nordküste Africa’s. 289 Ich brachte dort die Laubhüttenfesttage zu in einer Sukah bei Maklouf, und hatte hierbei Gelegenheit, eine Scene mit anzusehen, welche mir das in allen Handlungen der Araber so vorherrschende Geheimnissvolle, wie auch die Art und Weise deutlich zeigte, in der unsere Glaubensgenossen sich der Regierung und der Armee nützlich zu machen verstehen. Wir sasseu gerade bei Tische, als sich der Hausherr plötzlich erhob; er blieb einige Augenblicke fort und als er zurückkam, sagte er zu mir, um seine Handlungsweise zu entschuldigen: ״Du hast wohl den Araber nicht bemerkt, der sich vor unserer Sukah aufhielt.“ Ich antwortete ihm, ich hätte ihn für einen Bedienten gehalten. ״O nein,“ sagte er zu mir, ״das ist ein Geheimbote aus Mascara, der mir die Nachrieht gebracht hat, dass der Emir nahe bei der Stadt ist, aber dass meine Geschäftsfreunde ebenfalls bereit sind, tausend Kameele für die Armee zusammenzubringen.“ Ein einfaches Zeichen hatte meinem Wirthe genügt, zu erfahren, was vorging und ihn zu veranlassen, sich ausführlichere Erkundigungen zu holen. Aber das sonderbarste Beweisstück, wovon ich das Original mitgebracht habe, und welches das Ministerium am allerunzweideutigsten erkennen lies8, wie grosses Interesse die jüdische Bevölkerung verdiente, die sich so nützlich machte und so sehr wünschte, sich uns an zuschliessen, war ein Brief, den die Juden von Djemea Ghazual (Nemours) einige Tage vor der Affaire von Ain- Temouchen an den Obersten Montagnac geschrieben hatten. In demselben baten sie diesen braven unglücklichen Offizier, sich nicht seinem arabischen Gefolge an zuvortrauen, denn er sei verrathen, und Abdel Kader bereite an der Grenze von Marocco einen Einfall vor, der in kurzer Zeit ausgeführt werden würde. Der Oberst lachte darüber, hielt die Juden für furchtsam, behauptete, es könne ihm Nichts geschehen, und er könne sich auf seine Leute verlassen. Er ging mit seinem Armeecorps fort, um eine militärische Promenade zu machen, und fast Alle wurden ermordet* und dies war das Signal zu einer allgemeinen Empörung, die sich bis in das Jahr 1847 aus-

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