Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Rückblick auf die Zustände der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 8)
- Language
- German
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- Oran 1× ep/1048048
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'^'7ץ.־די, ״ ׳.. ״ ״ וסי ־ 288 , Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Jaden Oran und seine israelitische Bevölkerung hatte sich während der Abwesenheit des Heeres, das sich 1832 auf einige Zeit aus der Stadt zurückzuziehen gezwungen war, tapfer vertheidigt, und ich wohnte zwei Jahre später im Monat Juli einer Art Purimfest bei, welches dort noch heute mit Absingung vieler Piutim und mit Lustbarkeiten gefeiert wird, um Gott für den errungenen Sieg zu danken. Am Tage nach Jom Kippur fand ich alle Läden zur Feier der Simchat Koben geschlossen, und ich wurde von den vornehmsten Einwohnern eingeladen, die glücklich waren, in einem europäischen Glaubensgenossen einen Koben mehr zu finden, um diesen Tag durch die Erinne־ rung an das, was sich ehemals in Jerusalem nach dem heiligen Dienste des Hohenpriesters im Tempel zutrug, zu feiern. Ich war nicht unzufrieden damit, so ohne mein Zuthun mein Geburtsfest zu feiern, und nahm diese Einladung voll Freude als ein Zeichen von guter Vorbedeutung an, was sich auch Gott sei Dank nicht als unrichtig erwies. Ich traf in dieser Stadt den Chef des arabischen Bureaus, den Obersten Walsen Esterhazy, einen der hervorragendsten Männer, und ich war so glücklich, ihn un- 8 er er Sache vollständig geneigt zu machen. Er sah ein, welch5 grosse Dienste man von einer 80 intelligenten Bevölkerung erwarten könnte, welche theils aus Eitelkeit, theils aus Interesse sich gern nützlich machte, um ihre Bedeutung ins rechte Licht treten zu lassen. Er unterhielt mit mir einen längeren Briefwechsel, den ich bald dem Marschall Soult, bald dem Herzog von Aumale mit״ theilte, und bewahrte bis zu seinem Tode ein Wohlwollendes Andenken an diese Zeit. Er starb als Divisions- General nach dem Krimkriege, wo er sich in der Schlacht bei Eupatoria anszeichnete. Er erlaubte mir nicht allein, bis nach Miserghin, fast am Thore der Stadt, zu gehen, obwohl Alles in der grössten Aufregung war, sondern er verstand es auch, durch seine Energie ganz allein die der Stadt benachbarten Volksstämme in Ordnung zu halten.