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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 8 · p. Seite 287

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 8
Article
Rückblick auf die Zustände der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
Date
1866-01-01
Page
Seite 287 (sequence 7)
Language
German
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in Frankreich, Italien, dem Orient u. d. Nordküste Africa’s. 287 v ׳' einen seiner Araber von dem Stamme der Banu-Kabil mit und sagte mir, ich könnte vollständiges Vertrauen in diesen Mann setzen, dürfe aber bei den gegenwärtigen Umständen die Nacht nicht ausserhalb einer Stadt oder eines französischen Feldlagers zubringen. Wir hatten Mühe, nach Medeah zu kommen, und gegen Abend näherte sich meinem Führer ein Araber und sagte zu ihm: ״Wenn Jener von der Laudstrasse abbiegt, werden wir ihn tödten.“ Der Banu-Kabil antwortete: ״Schweige, er versteht Arabisch/‘ Ich kam in der Nacht nach Medeah, zufrieden, mich an der Seite eines Hofes ausruhen zu können, der zwei dem General Mongey gehörige junge Löwen einschloss. Den andern Morgen erfuhr ich, dass der Chef des Telegraphenbureaus in der Nacht ermordet worden sei, und dass Abdel-Kader französisches Gebiet erobert und ein kleines Corps, das unter dem Commando des Obersten Montagnac stand, niedergemetzelt habe. Bei meiner Rückkehr nach Algier war Alles in Aufregung. Der General Lamoriciere hatte sich in aller Eile nach dem Kriegsschauplatze in der Provinz Oran begeben. Man hatte den Marschall Bugeaud zurtickgerufen und ich schiffte mich nach Oran ein, um ebenfalls diesen Theil unserer Besitzungen, der die zahlreichsten Gemeinden enthält, zu besuchen. Das aufgeregte Meer hinderte uns, in Mostaganem zu landen, und ich kam endlich am Vorabende des Jom- Kippur im Hafen von Mersel-Kebir an, der mit der Stadt Oran durch einen sehr guten, längs des Meeresufers sich hinziehenden Weg verbunden ist. Die Einflussreichsten unserer Glaubensgenossen hatten mich seit dem vorhergehenden Tage dort erwartet und führten, mich in die Wohnung des ehemaligen Mokadden Makluf Kalfun, der jetzt Beigeordneter des Bürgermeisters ist; derselbe ist sehr wohlwollend, fromm und guten Plänen zugethan; er hatte sich der Armee in den ersten Zeiten der Besetzung sehr nützlich erwiesen.

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