Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die Massoretenschule zu Tiberias
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829332-2829340-2862197--10026-2862254- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
276 Arialelttfeii, Der Schwerpunkt der Thätigkeit des Safrä lag in dein Studium der Schrift, und hierauf weist auch die Benennung ספרא von ספרder mit dem ££0% '?»"ספהr1v9 der h. Schrift sich Beschäftigende. Welches aber das Eigentliche dieser Beschäftigung war? Wir haben den Safra als Vorleser aus der Thora und als Jugendlehrer, wahrscheinlich auch grösstentheils in Beziehung zur . Schrift, kennen gelernt; aus folgender Stelle tritt er uns noch von einer wichtigeren Seite entgegen, Jer. Kilajim 3, 1, vergl. auch Schahbat 9, 2, wird berichtet: ר' חגיי אמר זרעיה כל הן דאנא משכחויאנא (צ״ל ו״ו אנא) בלהק ליה אישתאילת לרב הלנא ספרא דסיררא ואמר זרועיה מליא• Es handelt sich um רעיה! des. 61, 11, ob es ein ו״ו Plenum habe nach dem ל ר also ורועיה oder oh defeetiv. ׳ורעית B* Chaggai meint, das Wort sei defectiv und würde er es plenum finden, so würde er das ) streichen. Hierauf wurde R. Huna, der ״Safra der Sidra" gefragt und er sagte, es sei רועיה! plenum zu lesen." Hier erkennt man offenbar die Beschäftigung des Safra mit dem plenum und defectivum; auch tritt uns hier allein der echt massoretische Ausdruck מלא) מלוא) entgegen, den sonst weder der jerusal. noch der bah. Talmud kennt. (Auch das ״Safra der Sidra" scheint auf die massoretische Beschäftigung hinzuweisen: ידרא□ ist die Ordnung. Dieser R. Huna war von den hervorragenden Safra, wie auch schon der Umstand zeigt, dass man sich um die richtige Leseart an ihn wandte; er war der Safra der Ordnung, d. i. der die Massora hinsichtlich der plena und defectiva ordnete.7) Hier also tritt uns die Massoretenschule zu Tiberias entgegen, der Stadt, die der vorzüglichste Sitz der paläst. Gelehr־ samkeit in der Emoraimperiode war. Diese Massoretenschule bildeten die ספריא> Ihr Wirken war still und unbeachtet, es glänzte weniger durch Geist und umfassende Gelehrsamkeit, aber der Sammelfleiss dieser Männer ist um so schätzbarer, und die Nachwelt weiss ihnen Dank hierfür: sie haben die Massora T) סידרא für בית המדרש, wie 63 einige Oommentatoren nehmen, scheint nicht zulässig, da im jer. Talmud בית המדרש durch בית ועדא aber nie durch סדרא ausgedrückt wird.