Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die Psalmen 120 - 135 nach ihrem Inhalte und ihren historischen Beziehungen erläutert
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 6)
- Language
- German
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יי*« v;:׳•"'׳’\׳ BieKPsaimen 120—135 dies weniger als ״vor allem Bösen bewahrt“ zu sein. Vielmehr bedeutet das Wort, wie in V. 2 und V. 6 des vorigen Psalms נפשי : die 86616 und das ,,Böse“ im ersten Versgliede ist moralische Schlechtigkeit. So gewinnen wir anstatt einer lästigen Wiederholung desselben Gedankens mit verschiedenen Ausdrücken die in diesem Zusammenhänge besonders wichtige und bedeutsame Lehre, dass Israels äusserer Bestand von seiner sittlichen (religiösen) Vollkommenheit abhängig, zu derselben in nothwendiger Beziehung sei. Gott wird dich ferner, heisst es, vor Allem Schlechten bewahren, nämlich deine Seele wird er bewahren, wie er die Seelen der im Exil weilenden Israeliten nach Inhalt des vorigen Psalms vor dem Laster unredlicher Lügenhaftigkeit, ungeachtet vielfacher Versuchungen, die ihnen nahe getreten, bewahrt hat. In Folge dieser ferner bewahrten Sittenreinheit, besagt endlieh V. 8, wird Er dann alle Zeit deinen Ausgang und deinen Eingang bewahren, d. h. nach Deut. 28, 6: alle deine Unternehmungen (vielleicht auch: deine Machtstellung nach Aussen und deinen Wohlstand im Innern), gleichwie Er (in mehr wörtlichem Sinne) deinen Auszug aus Babel und deinen Einzug in die Heimath überwacht hat. (Vergl. in Betreff der Gefahren solchen Zuges: Esra 8, 21. 22.) Dieser Psalm, in dessen siebentem Verse wir überdies eine directe Beziehung auf den vorigen Psalm entdeckt haben, zeigt also als Hintergrund den seit Kurzem wiederhergestellten jüdisehen Staat, wie er, seiner Schwäche sich wohl bewusst, dennoch nicht in äusserer Hülfe, sondern in Gott allein, und weil Israels Gott heilig ist, in der zu bewahrenden Sittenreinheit seiner Bürger die Stütze seines Bestandes und seiner Fortdauer erkennt. Aeussere Anfechtungen werden in demselben nicht erwähnt, und die ungetrübte Zuversicht, welche sich darin abspiegelt, lässt uns den Sänger am Passendsten (leiblich oder geistig) ebenfalls in die erste Zeit nach der Rückkehr aus dem Exil versetzen. Es bleibt nur noch Einiges in Betreff der Ueberschrift zu bemerken. Von allen diesen fünfzehn Psalmen hat nämlich der gegenwärtige allein vor den מעלות ein 'ל, welches die Ausll. unbedenklich für das ״bekannte Lained auctoris“ erklären. Bei dieser Annahme wird vorausgesetzt, dass, was allerdings oben 1