Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 12)
- Language
- German
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- Tunis 1× ep/1048155
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252 Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden. \;׳ nach meiner Abreise fortsetzte. Die Schule ist jetzt eine der besten Algiers und die Bevölkerung in einem sehr blühenden Zustande. Der Verkehr zwischen Tunis und Constantine wird durch diese Stadt vermittelt, und dieselbe macht vollständig den Eindruck einer europäischen Stadt. Ueher Philippeville begab ich mich nach Constantine, dort fand ich Alles in einem nahezu barbarischen Zustände. Diese Stadt, erst seit 1838 durch die Eroberung des General Damremont, der hierbei sein Leben verlor, im Besitze der Franzosen, war nicht einmal durch einen regelmässigen Postverkehr mit Philippeville verbunden; eine Diligence, oder vielmehr ein Fuhrwerk, das sich diesen Namen anmasste, fuhr einmal wöchentlich hinüber. Da ich keine Zeit zu verlieren hatte, so wenig wie Herr von Moyencourt, der Inspector des öffentlichen Unterrichts, der ebenfalls nach Constantine reisen wollte, wo Ihm die Regierung die Söhne einiger arabischer Hauptlinge anvertrauen wollte, damit er ihnen in seiner Anstalt eine französische Erziehung angedeihen lasse, und da wir zufällig ausserhalb der Thore von Philippeville einen zweirädrigen, mit Sand beladenen Karren trafen, so Hessen wir ihn abladen, setzten uns hinein, kamen gegen Abend beim Lager von El-Arruch an, wo wir die Nacht zubringen mussten, und gelangten endlich am Nachmittage des folgenden Tages nach Constantine. Unsere Glaubensgeno'ssen, die von meiner Ankunft Nachricht erhalten hatten, kamen uns entgegen, ich musste aas dem Karren aussteigen und mich auf einen mit herrlichem Sattelzeuge versehenen Maulesel setzen, und so hielt ich meinen Einzug in die alte Stadt Jngurtha’s, gefolgt von einer grossen Schaar unserer jungen Glaubensgenossen. Die Lage dieser Stadt zwischen dem Kaudiat-ati und dem Ouat-Ruinmel ist herrlich, und sie ist auch wohl ganz vorzüglich der Grund, dass dieser Ort den specifisch-arabischen Charakter bewahrt hat, während die andern Hauptstädte nach und nach europäische Sitten angenommen haben. Mit Ausnähme einiger algerischen Familien, die das moderne Eiement repräsentirten, wenn ich mich so Ausdrücken darf,