Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 10)
- Language
- German
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-. ׳ j r -p■^; 1 '*־Vr ÄW ־ E<lickblicr]vl 8Mf .Z u^täade ain-d Ereignisse der Juden \ \ Aderten zu besuchen, um Bach Kenntniss der Sachlage bed •der höchsten Behörde zu Gunsten unserer africanh* sehen Glaubensbrüder wirken au können^ Yen Beiten des Marschali Soult mit den nöthigen Empfehlungen an Marschall Bugeaud, an die Generale und Verwaltungen v Behörden der Oolonie versehen, schiffte ich. ׳mich am 5, September 1845 zu Marseille ein, nachdem ich die liebevollste Gastfreundschaft im Hause des Herrn Altaras genossen hatte, der sich erbot, sich nach Paris zu begehen!, um die nöthigen Schritte zu überwachen. Der Advocat Cohen, ehemaliger Reisegefährte dieses würdigen Greises, hatte das Amt eines Vertheidigers am algerischen Gerichtshole übernommen und sich seit einiger Zeit dort niedergelassen. Sonntag den 7. September gegen Abend erblickten wir die mit weissen Mauern versehene Stadt, die von der Höhe der Kasbah in Gestalt eines Halbkreises das Meer begrenzt.. Das Treiben, die Bevölkerung, Alles erschien mir seltsam, aber äusserst interessant. ich sah eine in der Bildung begriffene Gesellschaft. Aber da ich keine Zeit verlieren wollte, schickte ich mich sogleich an, die Midraschim zu besuchen, die nur noch die Trümmer ihres früheren Bestehens darstellten, der Unterricht in denselben war äusserst dürftig und konnte auch den geringsten Anforderungen nicht genügen. Ich besuchte die bedeutendsten einheimischen Familien, die wenigen europäischen Israeliten, um mir die nofchwendigsten Kenntnisse über den wahren Zustand des Volkes zu verschaffen, dessen Zukunft,von den mehr oder minder freisinnigen Massregeln ahhing, welche die Re* gierung anordnen würde. Der Marschall Bugeaud war abwesend. Am 10. schiffte ich mich ein, um mit dem Courrier de l’Est nach Philippeville, Bona und Constantine zu gelangen. Die erste der genannten Städte, wie der Name anzeigt; erst neu gegründet, steht anf dem Platze des alten ßusicada, weshalb sie auf arabisch auch Skikda genannt wird, und zählte damals nur etwa zehn jüdische Familien, die einen kleinen Betsaal hatten. Bona hingegen, das alte Hippone, wegen der in der Umgegend zahlreich vorhandenen Brustbeerbäume auf Arabisch