Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
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k j - ~v - ^V iy ^׳'־ (tl 0׳׳r^w **,£ 'v 248 : Ruckbliclc auf Zustände uriä Ereignis8e der Mden \.V*> bensgenossen unsern französischen Mitbürgern zur Zeit der Eroberung Algier’s im Juni 1830 gegenüber. Die Kapitulation des Marschall Bourmont garantirte ihnen wie den Eingeborenen die Unabhängigkeit ihres Glaubens, die Beibehaltung ihrer Gebräuche und Gewöhn► heiten. Aber kaum hatten die Franzosen definitiv Besitz genommen vom algerischen Boden, kaum waren die französischen Generale in die Ebene von Mitidja eingedrungen, die beinahe an den Thoren Algier’s beginnt und sich bis Blidah ausdehnt, als die Juden, oder wenigstens der grösste Theil derselben, den Wunsch äusserten, Franzosen zu werden und sich vollständig der Nation anzuschliessen, welche die Verwaltung ihres Vaterlandes in die Hand genommen hatte. So sehr die Araber sich hemühten, die neuen Eroberer zu vertreiben oder fern zu halten, trotz der grössten Sicherheit, die sie dem Leben und dem Vermögen der Einwohner verschafften, eben so sehr trachteten die Juden darnach, sich den Franzosen zu nähern, und trafen zugleich Massregeln hierzu, indem sie ihre Sprache erlernten, ihre Bedürfnisse zu erfahren suchten und sich überhaupt in jeder Weise nützlich zeigten. Inmitten dieser durch die augenblicklichen Bedürfnisse tagtäglich hervorgebrachten Veränderungen und Umgestaltungen, kamen die Herren Altaras und Cohen an, um dieses Volk näher kennen zu lernen. Ausser einer Schule für junge Mädchen, welche das Fräulein Hartog leitete, und welcher zu dieser Zeit etwa dreissig junge Mädchen aus allen Ständen angehörten, existirte noch eine Knabenschule, beide auf Kosten der Regierung, letztere in den Räumen einer Synagoge, die nach den zum Gebete festgesetzten Stunden in eine Schule umgeschaffen wurde. Der Leiter derselben war um das Jahr 1844 Herr Weil!, welcher später zum Grossrabbiner des algerischen Consistoriums ernannt wurde, ein Amt, das er 18 Jahre hindurch verwaltete; und während dieser Zeit gab er sich die grösste Mühe, allmälig eine geordnete Administration und Einrichtungen ins Leben zu rufen, deren Entwickelung und Vermehrung die hauptsächlichste Beschäftigung der in den drei Provinzen des französischen