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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 7 · p. Seite 247

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 7
Article
Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
Date
1866-01-01
Page
Seite 247 (sequence 7)
Language
German
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■יי^^^זי״י^ל I,;׳J?p VV׳ -vjr in Frankreich, Italien, dem Orient u. >d. Nordkü-ste -Äfrica’s. H7 bildete sich aus allen Chachamim öder Dajanim, die sich als Bet-din, oder religiöser Gerichtshof vereinigten, um die Civiistreitigkeiten und religiöse Angelegenheiten zu schlichten, und um die verschiedenen Synagogen mit Cultusbeamten zu versorgen. Die Synagogen gehörten meistentheils reichen Particuliers, die sie hergaben und nach Abzug der nothwendigen Ausgaben für den Cultus die übrigen Einkünfte für sich behielten. Die Hauptquelle der Einnahme bestand in dem Ertrage einer ׳Steuer auf Nahrungsmittel, die zum grössten Theile zur Bestreitung der Gehälter der Dajanim, ferner für die Armen und einige wohlthäfcige Anstalten verwendet wurde. Mildthätigkeit wurde hier wirklich in grossartigem Maassstabe geübt, theils unter der Form von Gastfreundschaft, die bereitwillig, bisweilen auf die Dauer von mehreren Jahren, den diese Gegenden bereisenden Glaubensgenossen gewährt wurde, theils durch reichliche Spenden, die man den Chachamim für das heilige Land oder für andere nothleidende Gemeinden zuwandte. Ansehnliche Summen wurden von diesen armen Leuten ihren Unglückliehen Brüdern in Asien geschickt, um das Band der Brüderlichkeit und den köstlichen Schatz der gemeinsamen Hoffnungen zu erhalten. Was den Unterricht betrifft, so besass man Midraschim (Medresse), in welchen die jüdischen Knaben die Ueber- Setzung der Bibel, Mischnah und Gemarah, arabische und spanische Schrift in hebräischen Schriftzügen lernten; diejenigen, welche ihrer Geschäfte wegen mit Glaubensgenossen aus andern Ländern in Verbindung standen oder fremde Länder besuchten, um dort engere Beziehungen anzuknüpfen, besassen die Kenntniss mehrerer Sprachen, die sie blos durch den Gebrauch und auf rein praktische Weise erlernt hatten. Die jungen Mädchen und folglich auch die Frauen, besuchten, obwohl sie eine bessere Er- Ziehung genossen als die muhammedanischen Frauen, gar keine Anstalt und erhielten keinen Unterricht, ausser dass sie einige Gebetformeln auswendig lernten und die Ausübung einiger religiösen Ceremonien von ihren Mütlern odqr Grossmüttern erbten. So standen unsere Glau-

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