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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 7 · p. Seite 245

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 7
Article
Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
Date
1866-01-01
Page
Seite 245 (sequence 5)
Language
German
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mfז׳/y>• *y״, .. ,.!,; in Frankreich, Italien j dem Orient u. d. Nordküste Africa’s. 245 ausserordentlich nützlich zeigten. Die Zahl der jüdischen Bevölkerung, d. h. sowohl der ansässigen wie der umherziehenden, beläuft sich mindestens auf 35,000 Seelen. Unsere Glaubensgenossen hatten ihren festen Wohnsitz in den eben genannten Ortschaften, und die umherziehenden Familien begaben sich bald in dieses bald in jenes arabische oder kabylische Zelt, um Wolle zu krampeln und Gold- und Silberkleinodien anzufertigen, zwei Handwerke, die sie in diesen Gegenden allein ausübten. Man fand auch eine nicht unbeträchtliche Anzahl unter ihnen, welche sich ganz nach Art der Araber, von denen sie auch in Kleidung und Sprache nicht unterschieden waren, mit dem Kriegshandwerk beschäftigten. DerKapi* tan Boissonnet, gegenwärtig Oberstlieutenant, zeigte mir, als arabischer Bureauchef von Constantine, einen Juden, über 100 Jahre alt, der in 27 Expeditionen seines Stammes tapfer mitgekämpft hatte. Die durch die französische Besetzung und Eroberung hervorgebrachte Umgestaltung in der Lebensweise, der Einrichtung und in der Organisation der jüdischen Gemeinden war ungeheuer; die Kapi- 'tulation von 1830 hatte den einheimischen Juden und Muhammedanern ihre Rechte garantirt (Christen gab es ausser den europäischen Consuln dort nicht), aber das Leben und seine Bedürfnisse, die Gesellschaft und ihre Gesetze, (Alles änderte sich nach und nach von Grund aus. Alles löste sich auf, die alten Bande zerrissen, sei es aus Alter oder Schwäche, ohne durch neue ersetzt zu werden. Einer unserer ehrwürdigen Freunde, den wir noch heute zu besitzen so glücklich sind, Herr Isaak Altaras — seit vielen Jahren Präsident des Consistorinms zu Marseille, wo er ein sehr bedeutendes Handlungshaus gegründet hätte, der, gebürtig aus Aleppo, im Anfänge dieses Jahrhunderts nach Frankreich übergesiedelt und daher die geeignetste Persönlichkeit war, einen regelmässigen Verkehr mit unsern Glaubensgenossen dieses Landes zu eröffnen, mit denen er mehrere Jahre in Geschäftsverbindung gestanden hatte — nahm es auf sich, sich 1844 nach Algier zu begeben, um das Land in Augen, schein zu nehmen, und nahm einen sehr geschickten jün-

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