Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 3)
- Language
- German
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in Fvarikr^ichyltoiien, dem Orient u. d. Nardküsfe Ä'frife’s. 243 eine׳ jüdische Mission in dem Lande der alten Scläverei zu heiligen. Obwohl sich diese Schulen aus verschiedenen Gründen nicht halten konnten, ist ihr Einfluss doch nicht ganz verloren gewesen, und ich habe dies sehr wohl demerkt, äls es mir 1854 gelang, die Gemeinde zu Alexandrien zu organisiren und Schulen ins Lehen zu rufen, die Dank der Hochherzigkeit der Brüder Baron Levy und der Unterstützung von Seiten der ganzen Gemeinde, seit jener Zeit sich beträchtlich entwickelt haben. In dem. von Herrn Munk in arabischer und hebräischer Sprache redigirten Aufrufe, den Herr Cremieux an die israelitische Bevölkerung Egyptens richtete, lesen wir folgende Worte,, welche die gegenwärtige Lage unserer Glaubensgenossen an die glänzende Stellung von früher anknüpfen : ״Und Ihr, Brüder und Einwohner Alexandriens, erinnert Euch der Grossthaten Eurer Brüder, die ehemals ihren Aufenthalt in dieser Stadt so berühmt gemacht haben, sowohl unter der Herrschaft der Ptolemäer, wie später unter den Muhammedanern, besonders aber zur, Zeit des Rabbi Saadia Gaon und Maimonides’. Erinnert Euch jener glorreichen Zeiten und bewahrt die kostbare Erbschaft des Ruhmes unserer Voreltern. Jeder trage sein Scherflein bei nach dem Segen, womit der Herr ihn bedacht, und in zwei bis drei Jahren werdet Ihr wie unsere grossen europäischen Gemeinden sein, die Euch durch die Gesandtschaft, die sie an Euch geschickt, ein Zeichen ihrer Anhänglichkeit gegeben haben." In Alexandrien wie in Cairo wurden Knaben- und Mädchenschulen eröffnet, die zwei bis drei Jahre bestanr den, so lange die von auswärts gespendeten Hülfsgelder ausreichten. Das Geld war dennoch keineswegs unnütz ausgegeben : der Boden war erweicht worden. Die alten Schüler dieser Anstalten trugen sehr viel zur Eröffnung anderer Schulen bei, die zehn Jahre nachher ins Leben gerufen wurden, und der fruchtbare Boden Egyptens hat in alle angrenzenden Länder Äeste ausgesandt und wird noch künftig welche hassenden. Herr Munk war auch glücklich in seinen Kachforschurigen nach orientalischen Manuscripten. Ein Theil ״19