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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 6 · p. Seite 214

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 6
Article
Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
Date
1866-01-01
Page
Seite 214 (sequence 14)
Language
German
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214׳ Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden er ahnen sollen, dass Lüge und Hass ein Betragen entstellen würden, das nur der Ausdruck einer schmerzlichen aber strengen Pflichterfüllung gewesen ist? Und fühlen Sie nicht im Grunde Ihres Herzens, Herr Baron, dass Sie selbst eben so gehandelt haben würden, wie mein Vetter, und dass Sie gewünscht hätten, dass die Urheber dieses schrecklichen und unbegreiflichen Verbrechens entdeckt und bestraft würden? Man hat mir gesagt, dass Sie, wenn Ihnen die Thatsachen genauer bekannt gewesen wären, sich geweigert haben würden, Theil zu nehmen an der moralischen Verfolgung, deren Gegenstand Herr von Rattimenfcon war, und ich habe auch an diesem Benehmen von Neuem Ihren geraden und gerechten Sinn erkannt. Aber da man gegenwärtig eine neue Verschwörung gegen meinen Vetter m’s Werk setzt, und er in seiner Carriere bedroht ist, bitte ich Sie, auch ferner wohlwollend zu sein, und nicht das Gewicht Ihres Namens, des Brennusschwertes, den Gefahren einer schon so schwierigen Stellung bin zuzufügen, obwohl auch sie nur die Erfüllung einer Pflicht gewesen ist. Was mir von allen Seiten über Herrn von Jancigny berichtet wird, gibt mir, obwohl ich mit den Einzelheiten nicht vertraut bin, zu verstehen, dass Herr von Rattimen ton es für nützlich und dringend gehalten hat, ihn als französischen Agenten zu desavouiren, und ich hoffe mit Zuversicht auf die Rechtfertigung des Consuls, wenn Sie ihm nicht Unrecht geben. Verzeihen Sie, dass ich Sie so lange mit einer persönlichen Angelegenheit in Anspruch genommen habe, allein ich hoffe, dass eine lange und alte Bekanntschaft meinen Worten einiges Interesse Ihrerseits geben werde, wie ich ja an Allem, was Sie, Herr Baron, und ihre Familie betrifft, den innigsten An theil nehme. Empfangen Sie die Versicherung meiner aufrichtigen Hochachtung und empfehlen Sie mich gütigst Ihrer Frau Tochter und. der Frau Baronin von Rothschild."

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