Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 11)
- Language
- German
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'y ' י * --..< y y”-- ךי״1 '״־' ./״*<•׳ Lr “ ^־י , ^יייד^יי״ידדדי בע Frankreich, Italien, dem Orient u. d. Nordkuste Africa’s; 211 Pascha, ihm dafür zu danken, dass er der Stimme der Gerechtigkeit Gehör gegeben habe. Als ich mich nun in den Palast verfügte, um die Abschrift der für den Scherif- Pascha auszufertigenden Ordre in Empfang zu nehmen, machte ich meinen Collegen Herrn Loewe darauf aufmerksam, dass wir das Wort ,,Afer“, welches Begnadigung bedeutet, nicht stehen lassen könnten (die Unglücklichen hatten ja keine Begnadigung zu erhalten, und wir dieselbe nichtverlangt). Herr Cremieux begab sich zum Pascha, und nach einer Auseinandersetzung, die eine ganze Stunde in Anspruch nahm, wurde an Stelle dieser ungerechten Be- Zeichnung das Wort ״Alak“, Freilassung gesetzt. Hatten wir nun auch nicht Alles erreicht, was zu verlangen wir ein Recht hatten, so war doch unsere Mission keineswegs vergeblich gewesen; das Leben jener fünf Unglücklichen war geschont, und der Orient hatte die Ueberzeugung gewonnen, dass solche Gräuel sich nicht wiederholen könnten, ohne in Europa die Sympathie Aller, die ein menschliches Herz hätten, wach zu rufen?׳ Wären die politischen Verhältnisse nicht so verwickelt gewesen, so hätte die Deputation sich nach Damascus begeben, und dort genau die Fäden in Augenschein nehmen können, die man mit eben so viel Grausamkeit als Ge- Schicklichkeit geknüpft hatte. Eine Unterredung mit Mehmed-Ali verschaffte ihr die Ueberzeugung, dass er selbst die Juden für unschuldig hielt, dass er aber den bei ihm in hoher Gunst stehenden Scherif nicht verlassen und den Schutz des französischen Ministeriums, seine einzige Stütze, nicht verscherzen wollte. Nach orientalischen Begriffen war übrigens Alles zugestau den entweder haut man dort den Kopf ab, und dann ist man schuldig, oder man haut ihn nicht ab, und das ist der deutlichste Beweis der Unschuld. Herr Munk hatte sich zwar erboten, trotz des Krieges allein nach Damascus zu reisen, aber die Genehmigung hierzu wurde ihm nicht ertheilt. Als die Depesche, dass die fünf Gefangenen frei gelassen seien, anlangte, liess die Angst, welche seit mehreren Monaten Aller Herzen aufregte und in Spannung hielt, allmälich