Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 10)
- Language
- German
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210 ־!Rückblick auf Zustän de , und Ereignisse der Jhden einzige Stütze gegen die Mächte, die den Juli-Vermag abgeschlossen hatten, und die Befehle von Paris waren zu streng, um auch nur den geringsten Zweifel hinsichtlich der hei dieser Gelegenheit begangenen Verbrechen zu gestatten. Dunkel sollte diese Begebenheit einhüllen, und da inan in Folge dieser Hindernisse nicht auf den Ursprung des traurigen und unglücklichen Verfahrens gelangen konnte, so musste man versuchen, wenigstens die fünf überlebenden Israeliten den Klauen der Mörderbande zu entreissen, welche die jüdische Bevölkerung terrorisirte: vier Unglückliche waren bereits den Schlägen und der Tortur erlegen. Allein dieser Act der Menschenliebe und Gerechtigkeit war ebenfalls nicht leicht zu erwirken. Der folgen de Auszug aus dem Briefe meines Freundes Munk, am 4. September in Alexandrien geschrieben, schildert deutlich die Situation, in der die israelitischen Verfechter der Sache der Menschenliebe und Gerechtigkeit sich hefanden. ,,Da wir die Ueberzeugung gewonnen haben, dass wir unter den gegenwärtigen Umständen nie die Erlaubniss zur Revision des Processverfahrens (denn ein Urtheil war nicht gesprochen) erhalten würden, beschlossen wir, durch Vermittelung der Consuln beim Pascha ein Gesuch einzureichen, in welchem wir um sofortige Freilassung der noch am Leben befindlichen Gefangenen baten. Da sich aber in Folge einiger Conseilssitzungen diese Angelegenheit in die Länge zog, kamen wir überein, d. h. Herr und Frau Cremieux und ich, die unfreiwillige Müsse zu einem Besuche Cairos zu verwenden. Wir verliessen Alexandrien Freitag den 28. August, Morgens; doch kaum waren wir eine halbe Stunde auf dem Mahmuds-Canal gefahren, der Alexandrien mit dem Nil verbindet, als uns ein Wagen einholte, in welchem sich die beiden Leibärzte des Vicekönigs Clat-Bey und Guetani-Bey befanden, die uns die!Nachricht brachten, dass der Pascha beschlossen habe, unsere unschuldigen Glaubensgenossen sofort in Freiheit zu setzen. Herr Cremieux setzte Herrn Montefiore hiervon in Kenntniss, und wir begaben uns zum