Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829332-2829338-2862059--09907-2862106- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Recensionen und Anzeigen. Ml lieh eben so sehr um das richtige Verständnis8 der beigebrachten Targurn-, Talmud- und Midraschstellen, auf welche Buxt. seine Angaben stützt, als um die genaue grammatische Kenntniss des Chaldäischen und der verwandten Sprachen. Nun aber ist es eine Thatsache, und Buxt. selber ist der sprechendste Beweis hierfür, dass der christliche Gelehrte, bei den besten Hülfsmitteln und dem grössten Fleiss und Wissen, auf dem Gebiete der rabbinischen Literatur, deren Geist er nie ganz zu erfassen vermag, stets Fremdling bleibt; dass aber andererseits der jüdische Gelehrte, gerade weil ihm hier das Verstand niss des Ganzen so nahe liegt, in der Regel weniger Sinn für sprachliehe Einzelheiten und grammatische Genauigkeit hat, als jener. Bei dieser Edition nun soll der jüdische Gelehrte für die riehtige Auffassung der beigebrachten Belegstellen, der christliche für die richtige Beurtheilung der grammatischen Formen Sorge tragen. Wir zweifeln nämlich nicht, dass das Titelblatt aus diesem Grunde den einen der Herausgeber als ״theologus Hebraeus", den andern als ״theologus Ghristianus" ausdrücklich bezeichnet. Und in der That ist dieser Umstand eine Empfehlung für das Buch; er bewirkte, dass wir mit einem günstigen Vorurtheile an die Lecture dieser Ausgabe gingen, die sich noch dazu durch gefällige Ausstattung, schöne Typen und handliches Format dem Auge auf das Vorteilhafteste empfiehlt. Wir hedauern aber nach einer genauen Durchsicht des uns vorliegenden ersten Heftes geradezu erklären zu müssen, dass dieses günstige Vorurteil eben nur ein Vorurteil war, und dass diese Edition nichts weniger ist, als eine ״Herausgabe des Buxtorf mit den entsprechenden Verbesserungen, die nach dem heutigen Stande der Wissenschaft notwendig erschienen." Bei jeder ,,neuen und verbesserten" Ausgabe, besonders aber eines Wörterbuches, sind vorzüglich drei Punkte im Auge zu behalten. Zunächst muss das Gute in der alten Edition erhalten und wiedergegeben, sodann das Irrtümliche und Fehlerhafte in derselben berichtigt und verbessert und endlich das Fehlende ergänzt werden. Sehen wir nun, wie sich das oben angezeigte Werk zu diesen Anforderungen verhält. Ein anerkannter Vorzug Buxtorf’s ist seine ängstliche Genauigkeit in der Schreibung der einzelnen Wörter, besonders aber seine genaue Vocalisirung, die bei einem Lexicon von Frankel, Monatsschrift. XV. 5. 15