Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 5 · p. Seite 187

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 5
Article
Die Psalmen 120 - 135 nach ihrem Inhalte und ihren historischen Beziehungen erlätert
Date
1866-01-01
Page
Seite 187 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829332-2829338-2862057--09898-2862100
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

hach ihrem Inhalte und ihren hist. Beziehungen erläutert. 187 diese Gefahr im Ganzen glücklich überstanden hat, und der Psahnist dem Herrn danken kann, dass sein Volk die Tugenden der Treue und Wahrhaftigkeit sich bewahrt hat, so!nochten doch in dem Charakter vieler Einzelnen beklagenswerte Spuren von der Zeit des schweren Druckes zurückgeblieben sein, deren sich der heilige »Sänger inmitten seiner Freude wehmüthig erinnert. י— Unter Meschech und Kedar sind, wie schon de W. richtig erkannt, nicht diese Völker selbst (Moscher und Araber) zu verstehn, die weit von einander getrennt wohnten, unter denen also Israel nicht zu einer und derselben Zeit im Exil leben konnte, wenn man nicht mit Kimchi annehmen will, dass verschiedene Th eile des Volkes in diese weit auseinander liegenden Gegenden verbannt gewesen seien. Diese Annahme aber ist unstatthaft, weil das erste Exil die Nation nicht so sehr zerrissen und die einzelnen Glieder derselben nicht so weit zerstreut hat, auch nirgends berichtet wird, dass Exulanten in grosser Zahl nach diesen Ländern geführt worden seien. Darum dienen hier Meschech und Kedar als Bezeichnung für wilde, kriegerische, gewaltthätige und räuberische Menschen überhaupt (vergi. über Meschech Ezech. 32, 26; 38,23 ff., über Kedar Jes. 21, 17 und die Prophezeiung von Jischmael Gen. 16, 12, die natürlich auch von dessen Nachkommen, den Kedarenen gilt), wie wir sagen würden: zwischen Barbaren, zwischen Hottentotten und Baschkiren habe ich gewohnt. — Zu באהלר vergi. Gen. 9, 27; 18, 1 u. oft. Die Präterita in diesem und dem folgenden Verse hätten schon die Ausll. daran erinnern sollen, dass die Zeit der Anfechtung, während der Ps. gebetet wurde, wesentlich vorüber war. Dass ferner unter den feindlichen Barbaren nicht die Kutäer (Samaritaner), oder die Moabiter, Ammoniter und Araber zu verstehen seien, von deren Anfechtung, wie in den BB. Esra und Neliemja erzählt wird, die heimgekehrten Exulanten vielfaltig zu leiden hatten, zeigt uns ausser dem ״Wohnen bei^Zanksüchtigen" in V. 6 (da in der Heimath die Nachbarn bei oder neben Israel wohnten), auch der Gebrauch des Verbi ■ןץ־ך, das einen vorübergehenden Aufenthalt bezeichnet. Denn wenn dies Verbum hier etwa, wie Gen. 47, 9, Ps. 39, 13, 1. Cliron. 29, 15 uns zur Bezeichnung der ״irdischen Wallfahrt" dienen sollte, so würde seine Wirkung durch das darauffolgende שכנתי wie-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.