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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 5 · p. Seite 185

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 5
Article
Die Psalmen 120 - 135 nach ihrem Inhalte und ihren historischen Beziehungen erlätert
Date
1866-01-01
Page
Seite 185 (sequence 8)
Language
German
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nach ihrem Inhalte und ihren bist. Beziehungen erläutert. 185 insbesondere auch auf die Gegenwart angewendet werden soll. Schon de Wette macht übrigens gegen Ewald geltend, dass die oft vorkommende Phrase für Gottes Strafgerichte כה יוק "לכה ילסיף? nicht aber das hier gebrauchte יוק״ליוסיף sei. Dieser Einwendung wird durch Beantwortung der gestellten Frage begegnet. Es heisst V. 4: Mächtige und boshafte Anfeindungen haben mich (auch mein Volk) oft in die Lage und in die Versuchung gebracht, zu List und Unwahrheit (Heuchelei, Schmeichelei u. dergl.) meine Zuflucht zu nehmen. Dass andauernde Bedrückung für den Einzelnen und für das Volk häufig solche Versuchungen mit sich bringt und dadurch grosse Gefahren für den Charakter, dafür lassen sich aus der an Verfolgungen reichen Geschichte unseres Volkes leicht Beispiele anführen. Vergl. auch sachlich Ps. 19,14:* * * * 5) Auch von Uebermüthigen halte fern deinen Knecht, dass sie nicht über mich herrschen; ferner Ps. 36, 12: Der Frevler Arm mache mich nicht wankend. — Bei 18 גבלרt eben so wenig wie bei dem ״Feinde des Friedens“ V. 6 an einen einder Herr ans von der Sünde fern halte, sondern nur, dass er die Sünde von uns entferne, daher es auch Ps. 103, 12 heisse: So weit, als Ost von West, hat er unsere Sünden entfernt. Das will sagen: um Vergehung der Sünden, Fernhalten der Versuchung n. dergl. soll man beten; sich der Sünde zu enthalten, ist eine dem Menschen selbst obliegende Pflicht. 5) In dieser St. ist freilich von vielen alten und neuern Erklärern □זדונות — זדי erklärt, aber wohl mit Unrecht, da abgesehen von der nicht hinreichend zu begründenden Worterklärung, das Gebet unberechtigt wäre, weil der Betende sich selbst jede moralische Kraft absprechen würde, wenn er zuerst (im vorherg. V.) durch Gott von Irrthümern rein erhalten und dann auch vor muthwilligen Sünden bewahrt zu werden verlangte. Auch der Midrasch findet es für nöthig, diese auffallende Bitte durch Vergleichung David’s mit einem *immer zudringlicher werdenden Bettler (wohl nicht genügend) zu motiviren. Ewald und de W. nehmen זדים im natürlichen Sinne, erklären aber •ימש^ו durch geistigen Einfluss, Verführung. Ich erkläre nach J. Esra und Sforno, dass der Sänger vor der äusseren Macht und Gewalt bewahrt zu werden fleht, welche Uebermiithige über ihn haben könnten. Der Grund solcher Bitte ist oben angegeben.

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