Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Psalmen 120 - 135 nach ihrem Inhalte und ihren historischen Beziehungen erlätert
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829332-2829338-2862057--09895-2862097- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
-י* ,s »: ר״ל IM 1)16 Psalm 6n 120U-135 lind seinen Stammesgenossen hätte anhaften können und vielleicht noch anhaften könnte, und in V. 3 ןך־ן^ als Subject, לשון רמי׳ als Object des Satzes, in V. 4 wieder הצי גבור als Subject des zu ergänzenden יתן לף fasst. Dann haben wir in dein Liede nicht einen. Klage-, sondern vorwiegend einen Dankpsalm. Der Dichter sagt nämlich von sich, dass er während der Bedrängniss seines Volkes (die jetzt aufgehört hat), vorzugsweise von Einer Sorge erfüllt gewesen sei und dieselbe zum Gegenstände besonderer Fürbitte gemacht habe; dies Gebet habe ErhÖrung gefunden (V. 1): er habe nämlich gefürchtet, es möchten ihm und seinem Volke die Reinheit des Herzens, insbesondere die Wahrhaftigkeit und Treue, Erbtugenden des jüdischen Stammes, verloren gehn (V. 2).3) V er gl. Zeph. 3, 13: Der Ueberrest Israels wird nicht Unrecht thun und nicht Lüge reden, in ihrem Munde wird nicht trügerische Zunge gefunden. — Dass hier unter נפשי die Seele, die vor Versuchung zu Lügenhaftigkeit, und nicht die Person zu verstehen sei, die vor Anfechtung der Lügenhaften bewahrt werden sollte, ist aus V. 6 ersichtlich, wo רבת שכנה לה נפשי eine Erklärung und nicht eine gedehnte Wiederholung des שכנתי irn vorhergehenden Verse sein muss. Dem gegenüber macht der Betende sich selbst den Einwurf, oder vielmehr im Sinne des Herrn, zu dem er gebetet hat, dem er jetzt für Erhörung des Gebetes Dank abstattet, macht er den Einwurf geltend: Wodurh ־wirst du denn veranlasst oder gar gezwungen, Lüge und Trug zu reden? oder was könnte dich in der Neigung, Solches zu thun, bestärken? (V. 3). Das aoristische Futur steht darum, weil die Lehre, dass Wahrhaftigkeit und Treue in der Menschen eigener freier Wahl liegen,4) eine allgemeine und auf alle Zeiten passende ist, 3) Gleichen Inhaltes ist unser tägl. Gebet: רא' נצור ל׳^וני מרע dessen Akedat Jizcliak (Porta LXXI.) unmittelbar vor seiner Erklärung des in Rede stehenden Psalms gedenkt, ohne doch auffallender Weise von demselben für die Erklärung Gebrauch zu machen. 4) Dieselbe Lehre erkenne ich in dem Ausspruche des Midrasch (M. Tillina, P8. 103): es gezieme dem Menschen nicht, zu beten, dass