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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 5 · p. Seite 182

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 5
Article
Die Psalmen 120 - 135 nach ihrem Inhalte und ihren historischen Beziehungen erlätert
Date
1866-01-01
Page
Seite 182 (sequence 5)
Language
German
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182 ' Die Psalmen 120-135 \ Wir beginnen nun die specielle Erklärung des . Psalm 120. Die Hauptschwierigkeit dieses Psalm’s liegt in dem Fragesatze des V. 3: כלה יתן לך . Die Schwierigkeit aber ist, wie ich glaube, durch die irrthüinliche Deutung dieses und des vorhergehenden Verses entstanden, die überhaupt ein richtiges Verständniss des ganzen Liedes unmöglich gemacht hat. Alle Interpreten nämlich nehmen an, dass in V. 2 um Schutz und Rettung aus der Gewalt lügenhafter und betrügerischer Feinde gefleht werde, während doch V. 5 und 6 deutlich zeigen, dass der Dichter unter gewaltthätigen und zanksüchtigen Menschen lebe, und kriegerische Leute selten zugleich ränkesüchtig sind. Nach Raschi (dann Michaelis, Knapp, Ewald u. A.) wird darauf an die betrügerische Zunge die Frage gerichtet, ob sie auch bedenke, welche Strafe ihr, der mit schädlichen Pfeilen verglichenen, von Seiten Gottes (.welcher das Subject zu יהן)> bevorstehe. Diese Frage, an sich schleppend, und, weil an Feinde gerichtet, die von solchem Moralisiren keine Kenntnis8 erhalten oder ihm keinerlei Beachtung schenken, auch bedeutungslos und lästig, würde dann gar nicht beantwortet oder (nach R/s zweiter Erklärung) mit der Androhung der strafenden Pfeile Gottes und später von Esra’s Heimreise (Esra C. 8) nähere Einzelnlieiten, d. h. einzelne Erlebnisse, aufbewahrt sein; 2) würde man sieh Derjenigen, welche ihre jüdische Abkunft nicht Nachweisen konnten, früher entledigt oder dieselben, namentlich die angeblichen Priesterfamilien ausgeschieden haben, ehe man in der Heimath angelangt war (Esra 2, 59—64), während sie in dieser Stelle noch zur G-esammtheifc mitgezählt werden*, 3) heisst es Esra 2, 12 und Rech ein. 7, 6. 7 nur, ״dass die folgenden Hinaufgezogenen mit Serubabel u. 8. w, angekommen seien," während Esra C. 8, V. 1 ff. Solche genannt werden, die mit Esra hin aufgezogen seien. Mit welchem Rechte sonst die in Rede stehenden Psalmen als Herzensergüsse aus dem Exil lieimgekehrter Israeliten, resp. ihrer hervorragenden Führer angesehen werden, und in welche Zeit die einzelnen Lieder mit Wahrscheinlichkeit zu setzen sind, ergibt sich aus einem richtigen Verständnis derselben und ihrer wahp scheinlichen Beziehungen auf historisch-feststehende Ereignisse und V erhältnisse.

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