Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Psalmen 120 - 135 nach ihrem Inhalte und ihren historischen Beziehungen erlätert
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 4)
- Language
- German
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nach ihrem Inhalte and ihren hist. Beziehungen erläutert. 181 Danach empfiehlt sich also eine dem sachlichen Inhalte der Psalmen entsprechende Worterklärung der Ueberschriften und die bereits von Andern gegebene Deutung des Wortes מעלות nach Esra 7, 9 (יסד המעלח) durch ״Züge heimkehrender oder heimgekehrter Exulanten.“ Hierunter können die Züge selbst, d. h. die Reihen, oder die hinaufgezogenen Schaaren verstanden werden, ohne dass in der Auffassung der Lieder etwas Wesentliches geändert würde, und ohne dass sprachlich etwas entgegenstünde. (Vergi. עורכי מלחמה — מערכה und נקהלים — מקהלה, so könnte hier מעלה auch עולים sein.) Die letztere Erkläri.ng empfiehlt sich dadurch, dass ein grosser Theil dieser Lieder, wie wir sehen werden, nicht während, sondem erst nach der Heimkehr gebetet sein kann. Allein dieselben haben ja auch dann noch Bezug auf die Heimkehr, und für die erstere Deutung spricht die Aufschrift von Ps. 121, von der wir später besonders reden müssen. Die dvaßcid'tioC der LXX braucht man auch nicht mit Ewald als Stufen zu erklären, da das Wort nach den griech Vbb. auch das Hinaufziehen bedeutet, überdies aber zur Bezeichnung des Weges dient, den man hinaufzieht, so dass codr! rcov avccßa^tov sehr wohl ein Lied bezeichnen kann, das auf einem der zur Heimkehr benützten Wege oder mit Beziehung auf denselben gesungen worden ist. Auch können die ״Wege" anstatt der Thätigkeit des Hinaufziehens gesetzt sein, um die ävaßa6ig nach den einzelnen heimgekehrten Schaaren zu specialisiren. Dass in Wahrheit viele solcher ״Hinaufzüge" stattgefunden haben, ist gewiss, da zwischen der ersten Heimkehr unter Serubabel und Nechemjah’s zweiter Reise von Persien nach Jerusalem über hundert Jahre liegen. Aber man braucht wegen der Mehrzahl der Heimzüge, welche die Ueberschriften erwähnen, die Lieder nicht über die ersten Anfänge des neuen jüdischen Staates hinauszurücken. Denn auch die ersten Begründer des letzteren scheinen nicht in Einem Zuge und unter ein heitlieh er Leitung, sondern auf verschiedenen Wegen zurückgekehrt zu sein.2) 2) Für diese Annahme habe ich folgende Gründe: 1) Würden uns in dem andern Falle von dem Zuge Serubabel’s eben so wie