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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 5 · p. Seite 174

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Alexandersage
Date
1866-01-01
Page
Seite 174 (sequence 14)
Language
German
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174 Beiträge zur Alexandersäge, der Araber Alexander und Dulkarnain für identisch er* klärte, und dass erst in späterer Zeit die Koranerklärer aus religiösen Gründen eine Scheidung beider Personen Vornahmen. Bei der Erklärung einer Sage muss man aber vor Allem auf die im Volke verbreitete Ansicht Rücksicht nehmen, und wenn wir dies Verfahren in der uns vorliegenden Frage einsehlagen, gewinnen wir die Ueberzeugung, dass der Dulkarnain des Koran gleichbedeutend sei mit Alexander dem Grossen. Wenden wir uns nunmehr wieder dem Inhalte unserer Sage zu, und versuchen wir zunächst zu erklären, wie es denn gekommen, dass der Volksglaube gerade dem Alexander die Erbauung der grossen kaspischen Mauer zugeschrieben hat. Wir denken uns die Sache folgendermaassen: Alexander der Grosse verdankt seinen unsterbliehen Ruhm nicht nur seinen grossen Kriegsthaten und Eroberungen, sondern auch seinem Streben, die geistige und materielle Wohlfahrt der seinem Scepter unterwerfenen Nationen dauernd zu begründen. Er eröffnete dem Handel und Gewerbe neue Bahnen, beseitigte mit ungeheurem Kostenaufwande viele den Verkehr beeinträchtigende Hindernisse, gründete Städte an den Mündungen grosser Ströme, befestigte die Grenzorte seines ungeheuren Reiches und sicherte sie so vor feindlichen Ueberfällen. Es ist bekannt, dass er mit dem grossartigen Plane umging, zwei Meere mit einander zu verbinden, zwischen denen noch heute nach mehr als zwei Jahrtausenden keine fahrbare Wasserstrasse angelegt ist, und dass nur sein früher Tod den Beginn dieses Unternehmens verhinderte. Die nach seinem Namen benannte Hauptstadt Egyptens wurde bald der Mittelpunkt der ganzen Welt und zeichnete sich durch Kunst und Wissenschaft nicht minder aus, als durch den lebhaften Handel, den sie mit allen Ländern unterhielt. Die gewaltigen Baudenkmäler Egyptens waren aller Orten bekannt, und die reiche Phantasie der Orientalen fügte den wirklich vorhandenen Werken noch viele sagenhafte Riesenbauten hinzu, deren Aufführung sie dem Alexander zusehrieb. Der Leuchtthurm auf der Insel

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