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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 5 · p. Seite 175

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Alexandersage
Date
1866-01-01
Page
Seite 175 (sequence 15)
Language
German
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Beiträge zur Alexandersage. :175 Pharus, bekanntlich von Ptolemäus Philadelphus erbaut, wurde zu den sieben Weltwundern gezählt, und als ob alles Grosse und Wunderbare nur das Werk des einen grossen Königs sein könne, führte man auch seine Aufführung auf Alexander zurück. Nachdem nun auf diese Weise der Glaube an Wunderbauten, die Alexander errichtet, im Volke Eingang gefunden hatte, lag es nahe, auch die Errichtung des grössten Bauwerkes des Alterthums, nämlich der Ungeheuern kaspischen Mauer, zumal da der wirkliche Urheber derselben nicht bekannt war, unter die Grossthaten Alexanders zu setzen. Der Anachronismus, den man sich hierbei zu Schulden kommen lies8, bereitete der Sage keinen Kummer, denn es ist ja ihre Art, mit der grössten Leichtigkeit räumliche und zeitliche Entfernungen zu überspringen, wenn es gilt, den Ruhm ihres Helden zu vermehren. Zudem entsprach der Zweck, der bei der Erbauung des kaspischen Walles obgewaltet hat, nämlich die Sicherstellung der angrenzenden Länder gegen die Ueherfälle wilder, kriegerischer Völker, so recht eigentlich dem Streben Alexanders, alle der Kultur feindlichen Elemente von seinem Reiche fern zu halten, und von dieser Seite betrachtet erklärt es sich sehr, einfach, dass schon wenige Jahrhunderte nach dem Tode des grossen Königs der Volksglaube ihn mit der kaspischen Mauer in Verbindung brachte, und dass Josephus es schon, als eine allgemein bekannte und keinen! Zweifel mehr unterworfene Thatsache melden konnte, der Urheber jenes Walles sei Aristoteles5 grosser Schüler. Das Hineinziehen von Gog und Magog gehört aber einer spätem Periode an und ist wahrscheinlich dem Einflusse des Christenthums und der Lehre vom jüngsten Gerichte zuzuschreiben. Wenigstens geschieht in den altesten Berichten der Völker Gog und Magog keine Erwähnung, sondern es heisst dort nur, Alexander habe den Wall, gegen die Hunnen, oder Alanen, oder Massageten errichtet. Später erkannte man in der Schilderung der durch diesen Wall abgesperrten barbarischen Völker eine grosse Aebnlichkeit mit Gog und Magog, deren Wildheit der Prophet Ezechiel (Cap. 38 und 39) ausführlich he-

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