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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 5 · p. Seite 164

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Alexandersage
Date
1866-01-01
Page
Seite 164 (sequence 4)
Language
German
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MWMWM 164 •; ׳:y,. v ■'• ** VVל״^־^:*yl Beiträge zur Alexandersage. Unterredung, die er nach dem Berichte Plutarch’s und mehrerer anderer Schriftsteller mit den Brahrnanen gehabt haben soll, und es hat viel Wahrscheinlichkeit für sich, anzunehmen, mit den Alten des Südens seien eben die Brahmanen gemeint. Nur dürfen wir nicht vergessen, dass den Juden die Erzählung von einer philosophischen Disputation zwischen Alexander und den weisen Indern nicht von diesen selbst, sondern durch VermitteLung der Perser bekannt geworden ist, und dass die Perser diese Unterredung bereits nach ihrer Anschauungsweise umgemodelt hatten. Darum werden auch die Alten des Südens, welche bereitwillig die Fragen Alexanders nach der grösseren Entfernung des Himmels von der Erde, oder des Ostens vom Westen, wie nach der Priorität des Himmels oder der Erde beantwertet hatten, hei der Frage, ob das Licht oder die Finsterniss früher erschaffen sei, plötzlich stutzig und erklären rund heraus: ״Diese Sache hat keine Deutung.“ Der Talmud, der sich mit Hecht über diese ausweichende Antwort wundert, zumal da doch aus dem ersten Kapitel der Genesis ausdrücklich hervorgehe, dass zuerst Finsterniss auf der Erde geherrscht habe, und dann erst auf Gottes Machtgebot das Licht erschaffen sei, sucht das Verfahren der Alten des Südens dadurch zu rechtfertigen, dass er sie von der Besorgniss erfüllt sein lässt, Alexander möge sie zuletzt über alle möglichen natürlichen und übernatürlichen Dinge befragen, und darum sei es gut, seiner nicht zu befriedigenden Wissbegier bei Zeiten Zügel anzulegen. Allein wenn wir den persischen Ursprung dieser Legende im Auge behalten, werden wir es ganz gerechtfertigt finden, dass die Weisen die Beantwortung der Frage nach der Priorität des Lichtes oder der Finsterniss für unmöglich erklären. Denn in der Zendreligion bilden Licht und Finsterniss die Urprincipe des Weltall’s, beide existiren von Anfang an, und von einem Früher oder Später kann hier in der That gar nicht die Rede sein. Der Talmud, der nur seinen jüdischen Leserkreis im Auge hatte, konnte freilich diesen Grund nicht gelten lassen

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