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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 5 · p. Seite 163

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Alexandersage
Date
1866-01-01
Page
Seite 163 (sequence 3)
Language
German
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Beiträge zur Alexandersage. 163 Grundlehren des Parsismus in dieser Sage enthalten sind- Die Zendbücher lehren nämlich, dass Ahura-Mazda, der die Welt und das Urlicht. erschaffen, seinen Wohnsitz in diesem Drlichte habe und deswegen auch der Urheber des höchsten Glückes sei, dass hingegen Agra־Mainyu3 d. 11. der in Pin sterniss Eingehüllte, und daher auch der Urheber alles Bösen, die von Ahura-Mazda geschaffenen Werke zu vernichten trachte. Das reinste Licht findet sich in dieser Quelle wieder, deren Anblick Glück gewährt und deren Wasser unsterblich macht; allein das böse Prinzip, d. h. die Finsterniss mit ihren Schrecken, versperrt den Weg zu dieser wunderbaren Quelle Alexaiv der, der keine Mühe scheute, durch kein Hinderniss sich schrecken liess, wenn es die Vermehrung seines Ruhmes galt, unternimmt auch die Reise durch die Regionen der- Finsterniss, um zu der bis dahin noch von keinem Sterbliehen erblickten Quelle des Lebens zu gelangen. Allein die Gottheit erklärt ihn für unwürdig, des höchsten Glückes theilhaftig zu werden, Nichts hilft ihm seine Macht, sein Ruhm, er muss umkehren und von seinem verwegenen Vorsatze ablassen, um die Erfahrung hereichert, dass alle Menschenmacht nur Ohnmacht gegenüber dem göttlichen Willen ist, und dass des Menschen Gier nicht ausreicht, um auch das Göttliche zu erstreben. Es kann nicht Wunder nehmen, dass eine solche Sage, welche ln der Anerkennung der göttlichen Allmacht und der menschlichen Schwäche gipfelt, den jüdischen Gesetzeslehrern sehr zusagte, und dass diese kein Bedenken trugen, sie in den Talmud aufzunehmen. Nur mussten sie dieselbe ein wenig umgestalten, um sie ihren jüdischen Lesern verständlich zu machen, und entfernten auch aus ihr alle dem Jadenthume anstössigen Anschauungen. — Wenn wir es nunmehr für erwiesen halten, dass die Legende von dem Zuge Alexander'8 nach dem Eden, wie er im Talmud erzählt wird, aus persischen Quellen geflossen ist, so finden damit zugleich mehrere schwierige Punkte in dieser Talmud stelle eine befriedigende Lösung. Die zehn Fragen, welche Alexander den Alten des Südens vorlegt, haben nämlich eine grosse Aehnlichkeit mit der 13*

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