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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 5 · p. Seite 162

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Alexandersage
Date
1866-01-01
Page
Seite 162 (sequence 2)
Language
German
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162 Beiträge zur Al exandersage. seit den Tagen Alexander’s des Grossen nur kümmerlich ihr Dasein gefristet und der Einführung des griechischen Cultus keinen Widerstand hatte leisten können, wieder zu Ehren und zählte bald viele Anhänger. Die Alexandersage, welche damals bereits im ganzen Orient verbreitet war und eine Fülle von Legenden, den verschiedensten Nationen und Religionen angehörig, in sich aufgenommen hatte, bot nun den Bekennern der Zendreligion die willkommen6 Gelegenheit, auch ihrem Glauben ein ehrendes Denkmal zu setzen und sich an dem mächtigen Alexander, der ihre Lehre vernichtet und nach einer alten Leberlieferung ihre heiligen Bücher dem Feuertode preisgegeben hatte, sich dadurch zu rächen, dass sie ihn vergebens nach dem höchsten Glücke streben Hessen, dessen der Mensch hienieden gewürdigt werden kann, und das in dem Anschauen und in dem Genüsse des herrlich glänzenden, unsterblich machenden Wassers besteht. Wir sind daher der Ansicht, dass den Persern die Erfindung und Ausbildung dieser Sage zuzuschreiben sei, und dass die in engem Verkehr mit ihnen lebenden Juden dieselbe von ihnen empfangen und in etwas veränderter Gestalt in den Talmud aufgenommen haben. Uns bestärkt in dieser Ansicht vor Allem der Umstand, dass der Glaube an eine wunderbare, Glanz verbreitende Quelle, deren Zugang durch dichte Finsterniss versperrt ist, sich am einfachsten aus der Zendreligion erklären lässt, ja, dass die nähme gefunden, erhellt deutlich aus mehreren Stellen de3 Talmud; besonders wichtig ist die Stelle in Githin 17 a : והתניא ר חייא מאי דכחיב איריים הבין דרכה etc., welche sicherlich nicht, wie ßaschi erklärt, die Zeit des Nelmcadaezar und Cyrus im Auge hat, sondern auf die Stellung der Juden im Neu Perserreiche bezogen werden muss. Später änderte sich jedoch die günstige Lage der Juden auch hier; fanatischer Religionseifer trat an die Steile der früheren Duldsamkeit, die Verfolgungen und Bedrückungen der Juden waren so grausam, dass ihnen die sicherlich nicht wohlwollende Behandlung in den Christliehen Staaten hiermit verglichen, noch milde erschien, daher der Ausspruch im Talmud (ebendaselbst) רחמנא או בטו^ך או בטו^א דבר עשו.

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