Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension] / H.
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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158 Recensiönen und Anzeigen. eingehenden Behandlung unterzieht. Ueber die Eintheilung derselben haben wir bereits Manches bemerkt. Die ausreichendste 'Erklärung der Lieder von hymnischer Stoffart ist die S. 40 gegebene, dass sie nämlich die Offenbarung seiner Herrlichkeit seinen ganzen <50|a (dass sie der Hebräer 'שםיה als ״Wesensäusserung Gottes“ nennt, wissen wir nicht”) zum Gegenstände haben. Dass aber der 68. Psalm, wie Ewald will, ein für die Einweihung des Tempels gedichteter Festhymnus sei, wird nur einer nach künstlicher Classificirung haschenden, nicht mit gesundem Auge, sondern mit mikroskopischem Glase untersuchenden Kritik zu beweisen gelingen. Es wird in diesem Capitel der Tempel mit einigen Worten berührt, darum soll es für die Einweihung desselben gedichtet worden sein, warum soll es aber nicht eher ein Hymnus für den Tag der Offenbarung sein, da von dieser darin gar sehr viel vorkommt (vergl. v. 8, 9, 10 u. s. w.)? *) Schon und lichtvoll ist die Darstellung der nationalen Eiegien (S. 46, 47), hier hören wir den Verf. selber reden, ohne Citate, kraftvoll und lebendig. Eben so vortrefflich ist (S. 58 ff.) das Wesen des hebräischen Prophetismus dargestellt, wo die mehr tendenziöse als ,,ungründliche“ Auffassung Leo’s treffend zurückgewiesen ist. Die Stoffe der prophetischen Poesie überhaupt werden (S. 63) 1) in solche, die aus der Zeit vor der Gründung des Königthums, 2) die aus der Davidischen Zeit und 3) die aus der Blüthezeit des Prophetismus stammen, eingetheilt. Als der ersten Gattung und zwar der Zeit der Richter angehörend, betrachtet der Verf. nach Meier, Ewald und Tuch auch das vaticinium Jacobi. Wir wollen hier 11m die Stichhaltigkeit der Gründe nicht streiten 5 käme es auf Gewährsmänner an, so könnten wir z. B. auf Keil (den unser Buch überhaupt ignorirt) hinweisen, der, so viel uns erinnerlich, auch die Echtheit dieses Stückes treffend beweist. Doch wollen wir auf eine Ineonsequenz aufmerk- 8am machen, die sich der Verf. zu Schulden kommen lässt. Sind nämlich, wie es S. 64 heisst, ״die geographisch-historischen D Nach Feil chenfeld 10. Jahrg. dieser Mtsschr. ist dieser Psalm ein Siegeslied nach der gewordenen Rettung aus der GewaltSancherib’s.