Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Aphorismen über die biblischen Offenbarungs-Wunder
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 13)
- Language
- German
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über die biblischen Offenbarungs-Wunder. 147 massigen Erkenntniss die erhabene Lebensanschauung heraus, dass Gott als Weltengeist verehrt werden, und der Mensch in seinem Dienste handeln muss, dass Gott als Herr der Natur, gerecht und gnadenvoll in ihr waltet, ihre Kräfte zu hohem moralischen Zwecken verwendet, nach Belieben sie *ändern und bestehen lässt, die Menschheit belehrt, erzieht und richtet, und sie schützt, nährt und erhält. In diesem Sinne wird die Welt- Schöpfung und werden die Begebenheiten der Vorzeit, die Sündüuth, die Sprachverwirrung, die Naturerscheinung des Bogens, der gleichsam Himmel und Erde verbindet, betrachtet, behandelt und dargestellt. Es ist dies eine Anschauung, die dein innersten Wesen des Menschen aus seiner Selbsterkenntnis entspringt, und in den Erzvätern in ihrer ganzen Reinheit sich verwirklichte, dem menschlichen Geschlechte aber, das sie in seinem Naturleben verloren hatte, auf dem Sinnenwege durch Erfahrungen aus dem Wunderbegebenheiten wieder zur Erkenntniss im Glauben gebracht, gerettet und erhalten worden ist. Die Wahrheit und Lehre, die sich aus dieser Anschauung ergeben, gibt uns, wie gesagt, die Natur der Schöpfung nicht, und sie können nur in Erscheinungen und Ereignissen, die im vollen Gegensätze zu ihr, als unmittelbar von Gott ausgehend sich darstellen, vermittelt und erkannt werden. Die Wunder belehren uns darum weit mehr, als die Natur; sie belehren uns über den Geist, der in ihr und ebenbildlich im Menschen waltet, und der in der Welt anerkannt und verehrt, und im Mensehen an seine Pflichten gemahnt und mit ihnen vertraut gemacht werden soll, und verkünden uns somit die Wahrheiten und Lehren der Religion, die nicht der Natur, sonderndem Geiste angehört. Sie führen uns Gott naher zu, dass wir ihn lieben und verehren, und lehren uns seine Eigenschaften und Wege in Wahrheit erkennen. Zum Gott der Wunder-Offenbarung können wir beten, ihn können wir anrufen, er ist unser Vater, unsere Vorsehung und unser Schutz, der seine Liebe und Gnade zu jeder Zeit, wie er es bewiesen, an 11ns bewährt, wenn wir nur darauf merken wollen; er ist nicht die ״Nothwendigkeit" und der ״Zufall" der Griechen, die Gottheiten der Natur, sondern die liebende heilige Allmacht und Allweisheit; zu ihm können wir uns erheben, und als treue Diener in Beobachtung unserer Pflichten seine Liebe und sein Wohlgefallen