Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Aphorismen über die biblischen Offenbarungs-Wunder
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 14)
- Language
- German
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148 Zu dem chaldäischenWörterbuche uns erwerben. Erhebender Glaube und heilige Liebe wurzeln in den Wunderthaten, und beseligende Hoffnungen entquellen aus ihnen. Als עשר! נפלאות Wunder thuend steht Gott uns nahe, und bedenkt uns als geistige Wesen unmittelbar, während er die andern geistlosen Geschöpfe nur den Bedingungen und Gesetzen der Natur unterworfen hat; so preisen wir seine Gnade und sein Erbarmen. Deshalb ist der Hang nach dem Wunderbaren dem Mensehen gleichsam angeboren; er stammt aus seinem geistigen Charakter, der die unmittelbare Verbindung mit dem Urgeiste in ihm wiederfindet, und in Anschauung dessen, das von ihm selbst und nicht durch die Vermittelung der Natur ausgeht, sich ihm nahe fühlt; denn die Freiheit des Willens ist in dem Wunderbaren ausgesprochen, das wie sie selbst der Natur entgegensteht, und daher den freien Geist des Menschen anzieht. Der Glaube an die erfahrenen und erzählten Wunder, der die weitere Verbreitung übernimmt, soll somit durch ihn gefördert, und die Unbegreiflichkeit derselben beseitigt werden. Die Wunder an sich, als von Gott ausgehend, sind doch auch nicht wunderbarer als die Schöpfung selbst, die von ihm ausgeht; sie werden es erst, wenn wir die geschaffene Welt und nicht den Schöpfungsact in'8 Auge fassen; in unserm Leben sollen wir aber auch den Schöpfer und nicht nur die Schöpfung geistig erfassen, und ihn als den Allgeist allein anerkennen und verherrlichen. Zu dem cbaldäiscben Wörterbuche von Eabbiner Ir. J. IeYy. Das chaldäische Wörterbuch von Dr. J. Levy hat in diesen Blättern (Februarheft) eine Anerkennung gefunden, die wir um so aufrichtiger dem Herrn Verfasser zollen, als uns bekannt ist, unter welch’ schwierigen Verhältnissen der Herr Verfasser ausdauernd an seinem Werke gearbeitet hat; und wir pflichten