Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Aphorismen über die biblischen Offenbarungs-Wunder
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 9)
- Language
- German
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über die biblischen Offenbarungs-Wunder. 143 ten Gottes in der Natur. Es waren zwar ganz naturgemässe Erscheinungen; es ist durchaus nicht widernatürlich, dass Was- 8er sich blutigroth färbt, Frösche, Heuschrecken, Ungeziefer und Ge wild in Massen sich zeigen, Aussatz, Pest und Tod Verheerungen an richten, und Hagel und neblichte Finsterniss herniederkommen; aber die wundermächtige Gewalt der Plagen, die gerade Egypten treffenden Heimsuchungen, die Ueberein- Stimmung in Anfang und Ende mit der verkündeten Zeit, und der Eintritt derselben auf ein angegebenes Zeichen machen es unwahrscheinlich, dass sie nur zufällig und nach ursächlichen Naturgesetzen sich sollten zugetragen haben, und stellen sie als innerliche Wunder dar. Durch die Erscheinungen wird vermittelst der Auffassung auf ihre Bestimmung hingedeutet, und die Plagen werden darum als ein ״ אצבעFinger“ Gottes bezeichnet, der da hinweist und zeigt. Sie belehrten die Welt, dass der Weltengeist auch innerhalb der Natur Gerechtigkeit übt, und ihre Kräfte verwendet, die Gewaltthätigkeit zu bestrafen, und den Unschuldigen zu befreien. Es musste ferner gezeigt werden, dass Gott auch innerhalb der Natur den Menschen liebevoll schützt und bewahrt, und die Wolken- und Feuersäule über dem Lager war das wunderbare Symbol. Es fst nicht gerade widernatürlich, dass in der glühenden Wüste gegen die Strahlen der Sonne sich ein solcher Dunstmantel bilde, und die Nächte durch elektrische Strömungen erleuchtet werden; aber dass so sichtbarlich sich diese Naturerscheinungen unverkennbar zum Schutze des Volkes gestalteten, machte sie zu Wundern, dass man daraus die leitende Macht der Vorsehung erkannte, die selbst innerhalb der Naturkräfte sich bewährt. Aber Gott rettet und schützt nicht nur den Menschen, er ernährt ihn auch; er speist ihn und befriedigt seine Bedürfnisse. Die Gaben der Natur werden uns von der waltenden Gnade gereicht, die die Schöpfung durchweht, und mit den Naturkräften schafft. Sichtbarlich wurde dies dem Volke in der Wüste in dem Manna, den Wachteln und dem Fels, der Wasser gibt, dargethan und gezeigt. Es sind dies wieder nicht widernatürliehe Erscheinungen; Manna fällt auch jetzt noch, aber dass es gerade mit solcher Macht und in solchen Massen und zu den bestimmten Arbeitstagen herniederkam, und nach Bedürfnis«