Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Aphorismen über die biblischen Offenbarungs-Wunder
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 8)
- Language
- German
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142 /Aphorismen K׳־■׳ in demselben Augenblicke, da er einen andern räuberisch anfallt und tödten will, von einem niederfahrenden Blitzstrahl getroffen wird, so dass der Andere von der Gewaltthat gerettet wird, in diesen Ereignissen doch nicht das beabsichtigte . Streden einer waltenden Gerechtigkeit, das in der Naturerscheinung vorhergesehen war und sie veranlasste, sondern nur eine That des Zufalls und der natürlichen Bedingungen finden und erkennen. Die Ereignisse sind schon dadurch genügend erklärt. Sie meinen aber ganz ähnliche schon zu ganz andern, zuweilen sogar entgegengesetzten Erfolgen Eintreten gesehen zu haben, und sprechen darum den natürlichen Ursachen alle Vernunft und jede zweckmässige Absicht ab. Es waltet für sie kein höherer Geist in der Natur. Die innerlichen Andeutungen und Belehrungen müssen darum, wenn es erforderlich ist, und die Zwecke der Vorsehung nicht anders erreicht werden können, in solcher Art hervortreten, theils durch die Machtentwickelung der Naturerscheinung, theils durch die sie begleitenden Umstände, theils durch die Zeitverhaltnisse, theils endlich durch ihre Uebereinstimmung mit dem beabsichtigten und erzielten Erfolge, dass die Wahrnehmung sie nicht so leicht verkennen, und an ihrer Wahrheit zweifeln kann. Sie nehmen dann durch all' dieses den Charakter des Wunderbaren an, und die Erscheinungen und Ereignisse stellen sie dadurch als ordentliche Wunder im Geiste heraus, ohne dass in der wesentlichen Erscheinung der Natur oder in dem Acte der Sinneswahrnehmung irgendwie eine Abweichung oder Veränderung von den natürlichen. Gesetzen und Bedingungen stattgefunden hat. So waren die zehn Plagen Egyptens. Sie waren dazu bestimmt, das Prinzip der waltenden Gerechtigkeit zu bekunden, dass Gott die Verstocktheit und Gewalttätigkeit nicht ungestraft lässt, den Unterdrückten aber und Misshandelten schützt und befreit, und wir erkennen darin den heiligen und geistigen Willen, der sich wohl bewähren wird, und wenn auch nicht immer sichtbarlieh und vernehmlich für uns, sicher in einem andern hohem Reiche. An ihnen sollte, weil es so notwendig für die Zeit war, unverkennbar und deutlich den Menschen auf erfahrungsmässigem Wege der Glaube an die weltleitende Vorsehung vermittelt werden, der Glaube an die richterlichen Tha-