Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Aphorismen über die biblischen Offenbarungs-Wunder
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 7)
- Language
- German
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über die biblischen OfFenbarungs- Wunder. 141 nehmlich. Sie ist eine Wahrnehmung durch das Ohr, wie jede Belehrung, die den Menschen erhöhet zum Diener Gottes, wie״ er es sein soll. Wahrheit und Lehre sind somit in beiden durch sinnesgemässe Erfahrung zur Erkenntniss gelangt, und wie sie dem menschlichen Geiste gleichsam angestammt, in seiner Versunkenbeit aber in Anschauung der ihn umgebenden Natur verloren gegangen sind, ihm wiedergefunden und wiedergegeben worden. Der Menschheit wurde das Beseligende und Erhebende, das in ihnen liegt, und das sie durch Aneignung der Naturweisheit und Vernachlässigung der innerlichen Selbsterkenntnis eingebüsst, und nie und nimmer sich wiedererworben hätte, durch diese Wunderwerke erhalten und bewahrt. Die innerlichen Wunder dagegen wiederholen sich, wie es für das Bedürfnis des Individuums und der Zeit erforderlich ist, oft und zu verschiedenen Zeiten, und treten uns bald mit minderer bald mit grösserer Klarheit und Deutlichkeit entgegen. Der Mensch kann schon in den eintretenden natürlichen Eiementarerscheinungen, besonders aber in seinem Einzelleben, wie in dem Weltgerichte, der Weltgeschichte, die leitende Hand einer intelligenten Vorsehung erkennen, die Gnade gewährt, Gerechtigkeit übt, das Gute belohnt und Unthaten sühnt, die höhere Zwecke, die Veredlung des Einzelnen und die geistige Ent- Wickelung der Menschheit anstrebt und erreicht. Denn die Erscheinungen der Natur und die Ereignisse der Geschichte sind gar oft in ihrem Eintreten und ihren Wirkungen wunderbar zu nennen, deuten auf einen zweckthätigen Weltengeist hin, und verkünden seine Anerkennung. Allein sie werden eben so oft durch das ganze Naturleben und die Schicksale der Mitgeschöpfe verdunkelt, und verfehlen ihren Eindruck auf die Erfahrung und Wahrnehmung der Menschen, die sie anderartig auüassen, und mehr nach ihren Ursachen als nach ihrer Be- Stimmung sich erklären. Denn die Menschen wollen nicht Ursache und Zweck miteinander identificiren, und jene durch diesen bedingt sein lassen, sondern trennen sie nach der Zeit ihrer Verwirklichung von einander, halten sich an die vorangehende Ursache, der jeder Zweck und jede Absicht abgesprochen wird und leiten aus ihr die Erscheinung und das Ereigniss her. So werden die Menschen im Allgemeinen, wenn ein Mann.