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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 4 · p. Seite 136

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 4
Article
Aphorismen über die biblischen Offenbarungs-Wunder
Date
1866-01-01
Page
Seite 136 (sequence 2)
Language
German
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136 Äphöiusmeh wendig werden können, seien mitbedacht und vorgesehen worden; da sie aber im Gegensätze zur Natur eine geistige That sind, so seien sie gleichsam in der Zwischenzeit vorbereitet worden. Die Wunder bilden demnach den negativen Pol dem positiven der Natur gegenüber, die beide gemeinsam das geistige Element verwirklichen; sie sind beide Werke des Weltengeistes, der in seiner vollen Wahrheit sich in ihnen offenbart. Der dem Menschen angeborene Hang zum Wunderglauben aber hebt die Unwahrscheinlichkeit auf, die in der natürlichen Anschauung wurzelt. Sind die Wunder an sich doch wahrlich nicht mehr wunderbar, als die Natur selbst es ist. Sie haben aber endlich auch, wie wir gezeigt, ihre erhabene Bestimmung, und wie die Geschichte lehrt, ihren Zweck, ihre Wirkung nicht verfehlt. Sie haben die Grundwahrheit nicht bewiesen, sondern erwiesen, nicht bezeugt, sondern vermittelt; die Lehre nicht empfohlen, sondern verkündet, nicht bestätigt, sondern auf den wahren Ursprung zurückgeführt, und die Geister nicht zum Glauben gezwungen, sondern zur Erkenntniss angeregt, nicht verfinstert, sondern erleuchtet. Durch sie hat sich der Weltengeist in der Natur offenbart, und der Mensch seine sittliche und geistige Bestimmung auf Erden kennen gelernt. Ihre Erfolge erzählt thatsächlicli die Geschichte; die Menschheit hat wirklich sich durch den Glauben an sie zur religiösen Erkenntniss erst erhoben, und in sinnesgemässer Wahrnehmung die geistige Wahrheit und die sittliche Pflicht erfahren, wie sie ihr ursprünglich eingegeben ist, und in ihrem Bewusstsein wurzelt. II. Wenden wir 11ns nun, nachdem wir die Bedeutung der Wunder dargethan, und ihre Nothwendigkeit nachgewiesen haben, zu einer Betrachtung und Untersuchung ihres Wesens und ihres Auftretens, worin das Wunderbare an ihnen besteht, und wie und wann es erscheint. Wir haben schon gezeigt und ausgeführt, dass das Wunderbare im eigentlichen Sinne im vollen Gegensätze zur Natur sich befindet, aus ihren Gesetzen sich nicht erklären fasst, und aus ihren Bedingungen nicht hervorgegangen ist; Wunder sind Erscheinungen und Ereignisse, die nicht in den ursächlichen Kräften der Natur, sondern in den

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